Gruppenentscheidungen: Gefährliches Spiel mit dem Feuer.

In unserer Gesellschaft wird Risikofreude mit Anerkennung honoriert. Deshalb wirken risikofreudigere Personen in Gruppendiskussion attraktiver und ziehen häufig Zauderer mit.

Dieses Phänomen mit Namen Risikodiffusion kann zu einer Gruppenentscheidung mit hohem Risikograd führen. Die Gruppe übertrifft mitunter sogar die Risikobereitschaft jedes einzelnen Gruppenmitgliedes.  Die einzelnen Teilnehmer haben sich dann gegenseitig aufgeputscht.

  • Wie können Sie Risikodiffusion vermeiden?
  1. Sorgen Sie für klare Verantwortlichkeiten. Auch wenn die Gruppe entscheidet, muss am Ende klar sein, wer die Verantwortung für die Konsequenzen übernimmt. Anonymisierung der Verantwortung steigert die Gefahr der Risikodiffusion dramatisch.
  2. Wenn äußerst wichtige Entscheidungen anstehen, bitten Sie jedes Gruppenmitglied in Vorbereitung auf die Diskussion ihre bevorzugte Lösung auf eine Karte zu schreiben. Diese Einzelabfrage dient der Erdung der Diskussion. Indem Sie im Anschluss das Gruppenergebnis mit der Einzelabfrage vergleichen, erkennen Sie besondere riskante Gruppenentscheidungen. Akzeptieren Sie diese nur, wenn es eine plausible Erklärung für diese Abweichung gibt.

Weitere typische Entscheidungsfallen und Hinweise bietet Ihnen die UMSETZUNGSHILFE.de | Nr. 7.

Ressourcen:

Fischer, L. und Wiswede, G. [1997]: Grundlagen der Sozialpsychologie

Dieser Beitrag wurde publiziert in Alle.

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