Reorganisation sinnlos!

Als Napoleon am 1.12.1805 in Austerlitz seine Generäle zusammen rief, stand die entscheidende Schlacht gegen die Russen unter Zar Alexander I. und dem Österreichischen Kaiser Franz II. an.

Napoleon reorganisiert 7 Stunden vor den ersten Kampfhandlungen seine 73.000 Mann starke Armee, tausche die Generäle aus und änderte die Struktur der einzelnen Truppenteile.

Das Ergebnis ist bekannt, Napoleon verlor die Schlacht bei Austerlitz und …

„Moment“, werden die Geschichtsfesten hier denken, Napoleon gewann die Schlacht bei Austerlitz! Das stimmt. Napoleon reorganisierte sein Armee eben nicht, sondern konzentrierte sich auf die schnelle und konsequente Umsetzung seiner Entscheidungen. Damit hatte er vielen Konzernlenkern von heute schon etwas voraus!

In einer Studie von Bain & Company in den Jahren 2000 bis 2006 wurde der wirtschaftliche Erfolg von 57 Reorganisationen in Großunternehmen untersucht. Der Großteil der Reorganisationen führte zur keiner Verbesserung der wirtschaftlichen Kennzahlen. Trotzdem leiteten ca. 50% aller Vorstandsvorsitzenden in den ersten 2 Jahren ihrer Amtszeit offiziell eine Reorganisation zur Verbesserung der Wettbewerbsposition ein.

Die Änderung von Strukturen und Organisationen mag zur Selbstverwirklichung einen hohen motivatorischen Beitrag bei den Reorganisatoren führen, die Ergebisse sprechen jedoch gegen solche Maßnahmen. Richtig wäre eine konsequente Fokussierung auf 3 Ebenen:

1. Fokussierung auf der Unternehmensebene
2. Fokussierung auf der Prozessebene
3. Fokussierung der Mitarbeiterebene

Und wie sieht diese Fokussierung in der konkreten Umsetzung aus?

1. Lassen Sie nur Aktivitäten zu, die die Unternehmensstrategie tatsächlich unterstützen
2. Überprüfen Sie alle Prozesse auf ihre strategierelevanz und sortieren Sie unstrategische Prozesse aus
3. Schaffen Sie die Zeiterfassung ab, denn nur dann werfen Ihre Mitarbeiter alle unstrategischen Tätigkeiten über Bord

Wenn Sie sich an diese einfachen Schritte halten, wird es Ihnen besser ergehen als Napoleon und damit ist nicht seine Zeit auf Elba gemeint, sondern die in Waterloo. Und dort hat er wirklich verloren.

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