Gerechter Lohn (2)

Wir hatten letzte Woche 3 zentrale Mängel von Lohnsystemen ausgemacht:

1. Die Leistungskomponente ist im Verhältnis zur Grundentgeltkomponente zu  klein (siehe Gerechter Lohn 1)
2. Leistungskomponenten sind inflationär oder Nullsummenspiele (siehe Gerechter Lohn 1)
3. Mitarbeitergespräch und Entgeltgespräch werden gekoppelt

Was ist das Ziel des jährlichen Mitarbeitergesprächs?

Zunächst ist das jährliche Mitarbeitergespräch nur die Zusammenfassung aller im Jahr geführten Gespräche und beinhaltet daher keine Überraschungen. Insbesondere ist es keine Abrechnung.

Ziel des Gesprächs ist die Optimierung der Verhaltensweisen des Mitarbeiters. Dazu bedarf es Feedback und einer gemeinsamen Diskussion, wie sich das Leistungspotenzial des Mitarbeiters in konkreten Situationen noch besser entfalten kann.

Aber was bleibt von diesen Inhalten übrig, wenn das Mitarbeitergespräch ein Entgeltgespräch ist?

Der Mitarbeiter will wissen, was er tun muss, um den nächsten %-Punkt mehr Entgelt zu bekommen. Der Vorgesetzte will eine Verhaltensänderung erreichen. Sie glauben, diese beiden Interessen lassen sich vereinbaren?

Tatsächlich führen monetäre Anreize nur bei Tätigkeiten mit minimaler intellektueller Anforderung zur Leistungssteigerung (=Akkord) und mit diesen Tätigkeiten werden Sie im Hochlohnland Deutschland als Unternehmen nicht dauerhaft bestehen können. Sobald Tätigkeiten geringe Ansprüche an Zusammenarbeit, Qualität und Geist erfordern, sind Motivationsversuche über Entgelt kontraproduktiv! Dauerhafte Motivatoren sind Arbeitsinhalte, Gestaltungsspielräume, Erfolg und Hinterlassenschaften. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie sich unten stehenden Video zu Motivation und Entgelt an.

Trennen Sie unbedingt das jährliche Mitarbeitergespräch und die Entgeltmitteilung an den Mitarbeiter, denn Sie wollen Verhalten verändern und nicht über Geld diskutieren. Zahlen Sie Ihre Mitarbeiter grundsätzlich so, dass Geld kein Thema ist.

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Eine Antwort auf Gerechter Lohn (2)

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