Produktion, strategisch?

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Welchen Beitrag kann die Produktion zum Erfolg des Unternehmens leisten? Bevor Sie über die Produktion nachdenken, benötigen Sie Antworten auf folgende zwei Strategie-Fragen:

1. In welchen Industrien und auf welchen Märkten möchte Ihr Unternehmen in Zukunft aktiv sein?

In welchen Branchen und auf welchen Märkten kann das Unternehmen die notwendige Rendite erreichen? Welche Märkte sind besonders profitabel? Wo ist das Wettbewerbsklima vielleicht etwas freundlicher? Diese Fragen klären Sie in der Unternehmensstrategie.

2. Wie möchten Sie den Wettbewerb auf Ihrem Zielmarkt gewinnen?

Verschiedene Wege führen zum Wettbewerbserfolg. Mögliche Vorteile sind:

  • Niedrigster Verkaufspreis am Markt,
  • Beste Qualität,
  • Höchste Zuverlässigkeit (ausgezeichnete Liefertreue, sehr gute Reklamationsbearbeitung, hohe Problemlösekompetenz),
  • Flexibilität (Fähigkeit eine sehr breite Produktpalette anzubieten und/oder sehr schnell auf Volumenschwankungen zu reagieren),
  •  Ausgeprägte Fähigkeit möglichst schnell neue Produkte am Markt zu etablieren,
  • … .

Aber Achtung: Strategie hat Ähnlichkeiten mit der Partnerwahl – Sie müssen sich entscheiden. Gewinner haben in ein bis zwei Wettbewerbsdisziplinen entscheidende Vorteile. Verlierer haben häufig die Entscheidung für eine Wettbewerbsstrategie gescheut und sind in jeder Disziplin im besten Fall Zweiter. Beispiel: Wettbewerbserfolg durch hohe Innovationsrate erfordert eine höhere operative Marge, um die Entwicklungstätigkeiten zu finanzieren. Damit kann das Unternehmen am Markt nicht durch den niedrigsten Produktpreis bestehen.

Erst wenn Unternehmens- und Wettbewerbsstrategie geklärt sind, stellt sich die Frage nach der funktionalen Produktionsstrategie:

Wie kann die Produktion die gewählte Wettbewerbsstrategie am besten unterstützen?

Strategisch ist nicht die Produktion mit der besten Effizienz. Strategisch ist die Produktion, die die Wettbewerbsstrategie am besten unterstützt.

Wenn das Unternehmen den Wettbewerb über den Produktpreis gewinnen will, dann muss die Produktion Produktivität in den Mittelpunkt ihrer Aktivität stellen. Hohe Losgrößen und hohe Auslastung der Maschinen stehen dann im Brennpunkt. Dadurch sind häufig hohe Bestände erforderlich.

Wenn das Unternehmen über Flexiblität und Kundennähe punkten will, dann ist die Reduktion der Durchlaufzeit in der Produktion wichtig.  Damit sinkt die Auslastung und steigen die Stückkosten. Hohe Bestände zur Sicherung hoher Losgrößen sind tabu, da Kundennähe häufig eine hohe Produktvielfalt bedeutet. Mit der Vielfalt steigt das Vernichtungsrisiko durch überlagerte Ware.

UMSETZUNGSHILFE Nr. 9 fasst die wichtigsten Punkte zum Thema Produktionsstrategie für Sie zusammen.

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