Vertrauen, aber wie?

Nachdem ich ein Jahr Betriebsleiter in einem chemischen Betrieb war, fragte ich mich, wie ich die Vertrauensbasis mit meinen Mitarbeitern ausbauen könnte. Dabei war für mich die ständige Dilemma Situation zwischen Kontrollfunktion und Freiheitsgraden die größte Herausforderung.

So fragte ich mich zum Beispiel, ob die Mitarbeiter meine ständigen Rundgänge gut oder schlecht finden. Die simple Lösung war, dachte ich zumindest, nachfragen: Also zog ich in die Fertigung und fragte einen Mitarbeiter, zu dem ich in der Zwischenzeit eine Vertrauensbasis aufgebaut hatte, was er von den Rundgängen hielt.

„Herr Hochgeschurtz, wenn Sie rund laufen, sagt die eine Hälfte der Mitarbeiter, ‚toll, der interessiert sich für unsere Arbeit‘, während die andere Hälfte sagt: ‚Der Hochgeschurtz, der kontrolliert uns!“

„Okay“, sagte ich zu dem Mitarbeiter, „dann ist es besser, wenn ich keine Rundgänge mache!“

„Nein“, gab der Mitarbeiter zurück, „wenn Sie nicht rumgehen, sagt die eine Hälfte ‚Der vertraut uns‘, während die andere Hälfte sagt, ‚der interessiert sich nicht einmal für unsere Arbeit‘. Egal was sie tun, Herr Hochgeschurtz, es ist immer falsch!“

Das traf mich! ‚Egal, was ich als Führungskraft tat, es war immer falsch!‘

Ich verbrachte eine unruhige Nacht, ehe ich morgens beim Duschen den Logikfehler erkannte. Es ist nicht immer falsch, sondern immer richtig, was ich tue! Es kommt alleine auf die Sichtweise an…

Tatsächlich hängt es alleine an der Sichtweise Ihrer Mitarbeiter, wie Ihre Handlungen bewertet werden. Haben Ihre Mitarbeiter Vertrauen, werden Sie jede Ihrer Handlungen in ein positives Licht rücken und sei sie noch so unsinnig. Haben Ihre Mitarbeiter jedoch kein Vertrauen zu Ihnen, wird selbst die durchdachteste Lösung schlecht geredet.

Ihre Führungsleistung hängt NICHT an Ihrem Handeln, sondern am Vertrauen Ihrer Mitarbeiter in Ihr Handeln.

Bleibt eine letzte offene Frage in diesem Blog: Wie entsteht Vertrauen? Das habe ich dem anerkannten Managementtrainer Tom Forster (www.managementblog.org) gefragt. Seine simple Anwort:  „Say what you mean, and do what you say.“ (Thank you Tom!)

Kurz und bündig: Äußern Sie Ihre Erwartungen und handeln Sie danach!

Dieser Beitrag wurde publiziert in Alle zugeordnet zu , . Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.