Stuttgart 21 als Führungsbeispiel

Wer den Artikel von Thomas Löffelholz im FAZ.net vom 18.10.2010 gelesen hat, weiß alles, was man als gut informierter Bürger über Stuttgart 21 wissen muss. Was lernen jedoch Führungskräfte aus der aktuellen Lieblingsprotestwelle der Deutschen?

Die Forderung, die Betroffenen (wer immer das ist) über Stuttgart 21 mitbestimmen zulassen, ist ein gutes Beispiel, wie schnell Sie als Führungskraft in der Enge der kooperativen Mitbestimmung getrieben werden. Klingt einleuchtend, die Betroffenen durch einen demokratischen Akt für oder gegen das Projekt einzuschwören.

Aber wer bitte ist tatsächlich kompetent? Wenn Sie die Baustellenanrainer fragen, kippt das Projekt (zu viel Dreck). Wenn Sie die Stuttgarter fragen, kippt das Projekt (es soll mal alles so bleiben, wie es ist), wenn Sie den Baden-Württemberger fragen kommt Stuttgart 21 (10 Mrd. € Geschenk fürs Ländle), wenn Sie die deutschen Bürger fragen, kippt das Projekt (zu teuer).

Wenn wir über die Wiedervereinigung eine Volksbefragung durchgeführt hätten, glauben Sie, wir hätten heute ein gemeinsames Deutschland?

Lassen Sie es als Führungskraft nicht zu, die Zahl der mitentscheidenden Inkompetenten so groß werden zu lassen, dass ein sinnvolles Ergebnis gefährdet wird. Bedenken Sie, dass diese Strategie von Ihren Gegnern gerne verfolgt wird.

So treffe ich immer wieder auf Betriebe, die z. B. über die Einführung von Vertrauensarbeitszeit abstimmen lassen wollen. Wenn ein System wie Vertrauensarbeitszeit erst einmal 2 Jahre läuft, können Sie es gerne zur Abstimmung stellen, weil dann kompetente Mitarbeiter mitreden. Vorher siegt alleine die Polemik.

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