Frauen an die Depots – dann klappt es mit dem Wachstum!

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1 Prozentpunkt zusätzliche Wertsteigerung des Aktiendepots, wenn die Frauen die Verantwortung für die Zusammenstellung übernehmen. Also Frauen ans Depot! Dies fanden Barber und Odean (2001) heraus, die zwischen 1991 und 1997 die Depotentwicklung von 35.000 Haushalten in den USA untersuchten. Ok – wir deutschen Männer sind besser. Wirklich?

Warum waren Frauen in dieser Studie die besseren Depot-Manager? Weibliche Intuition? Nein! Der Grund: männliche Hyperaktivität oder weibliche Faulheit. Die Männer haben im Beobachtungszeitraum 77%  der Positionen ausgetauscht. Frauen haben hingegen „nur“ 53%  angefasst. Warum waren die weiblichen Depots nun überlegen? Eingesparte Transaktionskosten sind das Erfolgsgeheimnis. Erfolg durch Nicht-Handeln!

Bei 53% Umschlag in den weiblichen Depots lässt sich der Erfolg noch weiter steigern. Gar nicht handeln sondern stur dem Markt folgen. Lt. Barber und Odean (2000) betrug die durchschnittliche Depotentwicklung im obigen Zeitraum 16,4%. Der Markt hat die Depots um 1,5 Prozentpunkte geschlagen, denn er ist um 17,9% gewachsen. Kennen Sie die Statistik, dass nur 25% der aktiv gemanagten Fonds pro Jahr ihren Vergleichsindex schlagen? Über einen 5-Jahreszeitraum sinkt der Anteil dramatisch. (Deshalb bietet der Markt passive Fonds als Alternative. Beispiel: ETFs.)

Können Sie diese Erkenntnisse auf Ihr Unternehmen übertragen? Wie kaufen Sie preisvolatile Rohstoffe ein? Viele Unternehmen beschäftigen ganze Abteilungen mit dem Ziel diese Rohstoffe möglichst günstig einzukaufen. Durch Hedging und Optionsgeschäfte wird versucht (!) den Markt zu schlagen. Wenn dies in Ihrem Unternehmen der Fall ist, lohnt sich der Vergleich von Marktpreis zum Einkaufspreis über die letzten 10 Jahre. Bei volatiler Preisentwicklung werden Sie in Phasen steigender Preise häufig weniger als Markt gezahlt haben, da sich die Einkäufer die niedrigen Preise durch Verträge gesichert haben. In Phasen sinkender Preise zahlen Sie dann häufig drauf, da jetzt die Einkäufer die hohen Preise „gesichert“ haben. Über einen längeren Zeitraum betrachtet wurde im Vergleich zum Markt kein Geld gespart. Im Gegenteil, der Versuch den Markt zu überlisten hat Kosten verursacht. Kosten für Mitarbeiter, Transaktionen etc.

Diese Vorgehensweise  hat auch Nachteile für Ihre Vertriebsstrategie. Welche? Auflösung am kommenden Mittwoch.

Ressourcen:

Barber, B.M. and Odean, T. (2000): Trading is hazardous to your wealth: The common stock investment performance of individual investors, Journal of Finance, 55(2), pp. 773-806.

Barber, B.M. and Odean, T. (2001): Boys will be boys: Gender, overconfidence, and common stock investment. Quartely Journal of Economics, 116(1), pp. 261-293.

Bazerman, M. H. and Moore, D. (2009): Judgment in Managerial Decision Making, John Wiley & Sons, Inc.

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