Arbeite immer so, dass Du noch was zu tun hast, wenn der Chef vorbei kommt

Die ersten Tage und Wochen in der Ausbildung sind hart. Früh aufstehen, unbequeme Klamotten und ständig nichts zu tun. Da ist man für jeden Tipp dankbar. Den ersten Tipp den ich bekam:

„Arbeite immer so, dass Du noch was zu tun hast, wenn der Chef vorbei kommt.“

Der zweite Tipp, als ich nach der Ausbildung endlich in der Fertigung, dem Zentrum der Wertschöpfung, angekommen war: „Jungschen, mach mal langsam. Du machst das nur 3 Monate, wir ein Leben lang!“

Den dritten Tipp, erhielt ich mit meinem ersten variablen Entgelt als Abteilungsleiter, was recht mager ausgefallen war.

„Selbst schuld! Du arbeitest 364 Tage im Jahr, um am Tag der Zielsetzung Ruhe zu haben. Ich,“ betonte mein Kollege, „arbeite am Tag der Zielsetzung (für niedrige Ziele) und habe dann 364 Tage Ruhe – es liegt an Dir!“

Niedrige Ziele setzen, langsamer Arbeiten, Zeitverbrauchsmentalität entwickeln! Sind das die Wege zu einem besseren Arbeitsleben?

Nach einer Studie der Bundesregierung  haben rund 60 Prozent der Arbeitnehmer bis 29 Jahre das Gefühl, mehr leisten zu können, als im Job verlangt wird. Umgekehrt gaben nur 6,1 Prozent an, dass ihnen ihre Tätigkeit zu schwierig sei.

60% der jungen Mitarbeiter langweilen sich!

Vom Burnout zum Boreout. In Zeiten gigantischer Auftragsberge mögen Sie denken: „Langeweile!? Pah, vielleicht bei den Autoren des Umsetzungsblogs, aber nicht bei uns!“

Nochmal: 60% der Betroffenen jungen Mitarbeiter sagen, dass Sie mehr leisten könnten.

Führungskräfte haben die Aufgabe, das Motivationspotenzial der vorhandenen Aufgaben zu erhöhen. Wie das geht, wird Herr Briegert in seiner nächsten Umsetzungshilfe erläutern.

Merken Sie sich nur:
Wer sich bei der Arbeit langweilt, wird seine Energie umleiten, um oben genannte Strategien zu Leben zu erwecken.

Die Folge: Sinnlose Meetings, noch 148 Mails checken, exzessive PowerPoint-Präsentationen. Und mit diesen nichterfüllenden Aufgaben leeren sich die Mitarbeiter gegenseitig ihre Energiespeicher.

Das Ende nennen wir Burnout, doch begonnen hat es mit Boreout!

Ressourcen:

[1] Presse und Informationsamt der Bundesregierung (2011), Krankenstand in Deutschland bleibt niedrig
[2] Wikipedia (2011), Boreout
[3] Tim Bendzko (2011), Nur noch kurz die Welt retten

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