Betriebliches Eingliederungsmanagement: Kür oder Pflicht?

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Steigt am Vatertag der Bierverbrauch, so ist es am Tag nach dem Vatertag der Verbrauch von Kopfschmerztabletten.

Manche können sich überhaupt nicht an die Tage zwischen Vatertag und Sonntag erinnern.

Dann ist es Montag Zeit für das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)!

Aber Spaß beiseite: seit dem 1.5.2004 gelten im SGB IX erweiterte Vorschriften zu Prävention bei Mitarbeitern die innerhalb von 1 Jahr länger als 6 Wochen arbeitsunfähig waren.

Sollte mich das als Unternehmen interessieren?

Seit dem EuGH Urteil vom 21.01.2009 verfällt der gesetzliche Urlaubsanspruch (24 Tage) auch bei Langzeitkranken nicht mehr, selbst wenn diese beim Ausscheiden noch arbeitsunfähig sind. Früher verfiel dieser am 31.3. des Folgejahres.

Damit empfiehlt es sich die Arbeitsverträge von Langzeitkranken nicht weiter zu ignorieren, da sonst z. B. bei 5 Jahren Krankheit 120 Tage Urlaubsabgeltung anfallen.

Zwar ist ein BEM keine Wirksamkeitsvoraussetzung für eine krankheitsbedingte Kündigung (BAG, Urteil v. 12.07.2007), hat aber wesentliche Bedeutung für die soziale Rechtfertigung einer späteren krankheitsbedingten Kündigung.

BEM führt zur Lösung des Problems! Entweder es finden sich Wege, die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen oder es ist die Voraussetzung für eine Kündigung geschaffen.

Betriebliches Eingliederungsmanagement ist Pflicht nicht Kür!

PS: Tipps zur Durchführung von BEM finden Sie auf unsere Homepage

Ressourcen:

[1] Personal aktuell, 06/2011, S. 5, Betriebliches Eingliederungsmanagement als Chance für Ihr Unternehmen
[2] BAG, Urteil v. 12.07.2007, AZ.: 2 AZR 716/06
[3] EuGH, Urteil v. 21.01.2009, AZ.: C350/06

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