Kann ich meiner Tochter kündigen?

Mann arbeitet sich die Karriereleiter rauf, Frau erzieht die Kinder.

So die klassische Aufteilung in vielen Familien. Dabei sind die zwei Jobs gar nicht so unterschiedlich. Ob Führungskraft oder Elternteil, beide haben als Kernaufgabe die Verhaltensbeeinflussung.

Aber wie kann ich Verhalten beeinflussen?

Nehmen wir ein Beispiel:

Ich sitze zu Hause auf der Couch und trinke Bier (das ist noch keine Verhaltensbeeinflussung). Meine pubertierende Tochter kommt mit schmutzigen Schuhen aus dem Garten und will durch das Wohnzimmer laufen. Über MEIN Parkett, dass ich vor 5 Jahren mühevoll mit eigenen Händen verlegt habe (nicht schön, aber selten). Wie kann ich nun das Verhalten meiner Tochter beeinflussen?

1. Vorbild
Ich selbst sitze mit sauberen Schuhen im Wohnzimmer. Sonst habe ich schon verloren!

2. Einsicht
Ich greife zum äußersten … und rede mit meiner Tochter. Aber was sage ich Ihr, um sie zu überzeugen? „Du machst das Parkett schmutzig?“ oder „Mama muss das putzen?“ (Autsch!). Hier brauchen wir ein Argument aus der Paradigmenwelt der zu Überzeugenden. Nicht unsere persönliche Sicht führt zur Einsicht. Sehen Sie die Welt durch die Augen der zu Überzeugenden und finden Sie ein Argument in deren Wertewelt!

3. Konsequenz
„Noch ein Schritt und Du putzt das weg!“ oder „Du kannst direkt durchlaufen und Eimer und Dreckschaufel holen!“ sind die häufigsten Antworten, die ich an dieser Stelle höre. Schnell drohen wir mit Konsequenz, vergessend, dass jede Drohung einen Verlierer hat.

Nur wer mit allen drei Dimensionen der Verhaltensänderung arbeitet, wird seine Führungsaufgabe erfolgreich meistern!

Lösen wir noch zwei Rätsel auf:

I. Wie habe ich damals meine Tochter überzeugt?
„Tochter, wem gehört das Parkett“, habe ich damals gefragt. „Dir, Papa“, kam die ordnungsgemäße Antwort. „Und wenn ich mal nicht mehr bin, wem gehört das Parkett dann?“

„Mir?“

„Genau!“, wähnte ich mich am Ziel. Aber was sagte meine Tochter: „Dann kann ich ja mit dem Parkett machen was ich will!“

II. Gibt es überhaupt keinen Unterschied zwischen Mitarbeiterführung und Kindererziehung?
Bei Vorbild und Einsicht sind die Unterschiede minimal, lediglich bei der Konsequenz stelle ich einen gravierenden Unterschied fest. Auch wenn ich meiner pubertierenden Tochter gerne kündigen würde, das geht nicht!

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