Fallen charismatische Führungskräfte einfach aus dem Mutterleib?

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Wir saßen mit unserem Trainer im Führungskreis zusammen und stellten uns anhand von drei Fragen vor:

– Wer bin ich?
– Was wünsche ich mir?
– Was soll hier auf keinen Fall passieren?

Unser ruhiger, zurückhaltender Personalleiter stellte sich zunächst vor, ehe er mit leiser Stimme seinen Wunsch äußerte:

„Ich will eine charismatische Führungskraft werden!“

Die Lacher hatte der Personalleiter auf seiner Seite.

Aber wie wird man eine charismatische Führungskraft? Fallen charismatische Führungskräfte einfach aus dem Mutterleib?

Ist es überhaupt erstrebenswert, eine „charismatische“ Führungskraft zu werden?

Charisma wird oft in die Nähe von Dogmatismus und Narzißmus gerückt. Im christlichen Sinne bezeichnet“Charisma“ die Gaben des heiligen Geistes. Also doch aus dem Mutterleib!

Folgen wir lieber J. A. Conger und R. N. Kanungo, die „Charisma“ 1987 in einer empirischen Studie anhand konkreter Verhaltensbeschreibungen operationalisiert und messbar gemacht haben. Demnach werden Führungskräfte als charismatisch wahrgenommen, wenn Sie

  1. eine attraktive und zugleich überzeugende Vision vermitteln
  2. ihre Vorbildfunktion wahrnehmen
  3. ihre Mitarbeiter herausfordern und zu besonderen Leistungen inspirieren
  4. die persönlichen Stärken und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter weiterentwickeln
  5. ihre Mitarbeiter zu eigenständigen und kreativen Problemlösungen anregen.

Jeder kann eine charismatische Führungskraft werden! Aber denken Sie jetzt bitte an den Beitrag „No risk – no fun!„: Sie haben noch nichts gelernt, so lange Sie nichts umgesetzt haben!

Ressourcen:

[1]  J. A. Conger u.a.: Charismatic leadership and follower effects. In: Journal of Organizational Behavior. Vol. 21 (2000) und die dort angegebene Literatur
[2] Wikipedia 2011, „Charisma“ 5.7.2011

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