„Ich bin der Größte! Denke ich!?“

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Die Studie heißt „HR-Image 2011“ und ist eine Eigen- Fremdbeurteilung von fast 1.400 befragten Personen, von denen ca. 300 Personaler (=Eigenbilder) und 1.100 Kunden (=Fremdbilder) waren. Das Besondere ist nicht das Ergebnis:

  • 73% der Personaler glauben, dass die mit Mitarbeiter mit Ihrer Leistung zufrieden sind – nur 49% der Mitarbeiter bestätigen dies!
  • 67% der Personaler glauben, dass sie einen guten Ruf haben – nur 43% der Kunden sehen das ähnlich!

Spannend ist das Fazit aus diesem Feedback:

„Die Ergebnissen zeigen, dass sich Personalabteilungen durchaus noch besser darstellen und ihre Leistungen noch besser vermarkten können.“  

Ich überlege mir, was passiert, wenn Ihr Chef Ihre Leistung kritisiert und Sie Ihm erklären, dass das alles nur eine Frage der Darstellung und der Vermarktung sei?!

Zwei Aspekte sind hier bedenklich:

1. Strategischer Aspekt:
Wenn alle Abteilungen in Ihrem Unternehmen anfangen sich intern selbst besser darzustellen und zu vermarkten, konterkariert das den Unternehmenszweck. Der Kunde sitzt außen, der Wettbewerber sitzt außen – nicht innen!

2. Persönlicher Aspekt:
Die oben gewählte Ableitung aus dem Feedback ist: Der Kunde hat es nicht verstanden! Der Feedbackempfänger schiebt den „schwarzen Peter“ zu seinen Kunden. Der muss besser verstehen – nicht: ich muss mich ändern!

Das gilt übrigens nicht nur für Personalabteilungen.

Ich finde es positiv, wenn sich nicht-wertschöpfende Abteilungen, einer Dienstleistungsbefragung aussetzen und Feedback einholen. Wenn das Feedback negativ ausfällt, sollte man dann aber auch bereit sein, seine Leistungen zu überdenken und nicht alleine seine Kommunikation.

PS: Bei meinem letzten Arbeitgeber haben wir eine solche Befragung über alle Dienstleitungsabteilungen gemacht. Dabei hat die Personalabteilung am besten abgeschnitten.
PS2: Führen Sie regelmäßig Eigen-/Fremdbeurteilungen mit Ihren Mitarbeitern durch; so fördern Sie die Kritikfähigkeit

Ressourcen:

Prof. Dr. C. Beck, Dr. F. Bastians (2011); „HR-Image 2011“ durch YouGovPsychonomics AG & University of Applied Sciences Koblenz; Verlag: Haufe Lexware, Freiburg

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