Noch genug Wasser unterm Kiel?

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Dax au f Jahrestief, deutsche Exporte steigen weiter, Italien zahlungsunfähig, Japan erholt sich… Täglich neue und widersprüchliche Wasserstandsmeldungen. Die Experten werden in einigen Monaten begründen – warum es wieder alles anders kam. Hilft dem Kapitän dann auch nicht mehr, wenn er zwischendurch auf Grund gelaufen ist.

In guten Zeiten – wenn die Verbraucher das Geld flüssig haben -schafft es jeder Kapitän. Käufer im Rausch sorgen für ausreichend Wasserstände. Warum noch Tiefenmesser lesen? Warum das Schiff nicht ausbauen? Weit und breit keine Untiefe in Sicht.

Doch jedem Hochwasser folgt Niedrigwasser. Alte Tugenden wie lesen der Wasserkarte und Tiefgang des Schiffes werden wieder wichtig. Halten Sie Ihren Ballast variabel – Container können Sie bei Niedrigwasser abladen, Extragewicht durch zusätzliche Ausrüstung nicht.

Was dem Containerschiff seine Container sind dem Unternehmen seine unstrategischen Tätigkeiten. Tätigkeiten sind unstrategisch, wenn sie nichts zum Wettbewerbsvorteil des Unternehmens beitragen. Diese Tätigkeiten sollte man outsourcen, selbst wenn das Outsourcen auf den ersten Blick mit Mehrkosten verbunden ist. Sehen Sie die Mehrkosten als Flexibilisierungs-Aufschlag. Outgesourcte Aktivitäten können Sie im Krisenfall (siehe Niedrigwasser) stoppen oder gar temporär einsourcen. Den externen Gärtner können Sie abbestellen und beim Teilefertiger bestellen Sie weniger Vormaterial. Dadurch reduzieren Sie Ihre Rechnungslast, sichern Liquidität in der Krise und haben noch eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Falls sich die Wasserstandsmelder mal wieder irren sollten.

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