Ein Kind liegt im Brunnen! Wer war’s?

© iStockphoto.com

Was passiert – wenn das Kind im Brunnen liegt?

1. Täter suchen.

2. Wenn man den Schuldigen hat,  versuchen das Kind zu retten.

Wenn die Qualität in der Fabrik nicht stimmt – ist der Werkleiter verantwortlich. Er bekommt den Anruf vom Bereichsvorstand. Wie kann der Werkleiter verhindern, dass seine Mitarbeiter Fehler machen?

Vielleicht: Abläufe so präzise wie möglich strukturieren. Je weniger die Menschen in der Fabrik selbst entscheiden, desto weniger Fehler können sie machen. Checklisten und technische Überwachung sollen Qualität sichern und Fehler ausschließen. Der Werkleiter ist über jedes Detail in der Fabrik informiert, alles läuft über seinen Tisch. Wenn jetzt der Bereichsvorstand anruft, kann man mit ruhigen Gewissen sagen: „Chef, ich habe alles getan.“ Beruhigt – hilft aber nicht!

Handlungs- und Kontrollspielraum für die Mitarbeiter? Funktioniert dann nur in der Theorie, denn der Werkleiter muss seinem Bereichsvorstand Rede und Antwort stehen. Wer die Rübe hinhält, soll auch entscheiden. Selbstständig denkende und handelnde Mitarbeiter sind jetzt nicht Chance, sondern Risiko. Achtung: Hier beginnt ein Teufelskreis. Oder mit den Worten Sprengers: „Hierarchisch gestaffelte Rechenschaftsverantwortung erdrückt die Aufgabenverantwortung des Einzelnen. Deshalb werden aus Angst, zur Rechenschaft gezogen zu werden, die Selbstverantwortungsfreiräume der Mitarbeiter klein gehalten.“

„Chef, ich habe alles getan.“ – funktioniert nicht, weder als Ausrede, noch in der Praxis. Sie können weder alles tun – noch für alle denken. Erklären Sie Ihren Leuten worauf es ankommt, welche Grenzen sie nicht überschreiten dürfen und geben Sie Ihnen innerhalb dieser Grenzen Kompetenzen und Gestaltungsspielraum. Dann haben Sie Mit(!)-Arbeiter.

Ressourcen:

Sprenger, R.K. (2002): Das Prinzip Selbstverantwortung: Wege zur Motivation. 11. Aufl. Campus-Verlag.

Dieser Beitrag wurde publiziert in Alle.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.