Burnout? Auswege!

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Um die Zufriedenheit der Heimbewohner zu verbessern, führte die Leitung eines Altenpflegeheimes folgende Maßnahmen durch:

Variante 1: Sie traf sich mit den Bewohnern einer Etage und betonte, dass sich das Personal sehr um ihr Wohlergehen bemüht. Die Bewohner wurden aufgefordert Vorschläge zur Verbesserung der Situation zu machen. Zusätzlich wurde

  • an jeden Bewohner eine Topfpflanze verteilt.
  • ein Kinoabend angekündigt. Wobei die Heimleitung festlegte, wer den Film am Freitag und wer ihn am Samstag sehen werde.

Variante 2: Die Heimleitung traf sich mit den Bewohnern einer anderen Etage und forderte sie auf Anregungen und Beschwerden zu ihrer Situation zu geben. Sie wurden auch gefragt, ob sie überhaupt Anregungen geben möchten. Zusätzlich

  • bekam jeder eine Topfpflanze angeboten. Jeder Bewohner musste aber selbst entscheiden, ob er überhaupt eine Pflanze wollte und wenn ja, welche.
  • wurde ein Kinoabend angekündigt. Die Teilnehmer sollten selbst entscheiden, ob sie den Film am Freitag oder am Samstag sehen möchten.

Drei Wochen nach der Durchführung dieses Experimentes, zeigten die Bewohner der Variante 2 signifikant stärkere Verbesserungen in Selbst- und Fremdratings hinsichtlich Aktivität, Zufriedenheit und Wachheit. Besonders dramatisch war aber der Unterschied in der Mortalitätsrate: Nach anderthalb Jahren betrug der Unterschied 15% bis  30% zwischen beiden Gruppen.

Gefühlter Selbstständigkeitsverlust verschlechterte die persönliche Zufriedenheit und erhöhte die Mortalität. Diesen Effekt haben verschiedene Wissenschaftler mit eigenen Studien bestätigt.

Wir finden dieses Beispiel faszinierend und erschütternd zugleich. Denn diese Studie zeigt, wie bereits kleine Unterschiede in der Situationskontrolle eine große Wirkung auf das Wohlbefinden haben. Vor allem macht diese Studie Mut, denn sie zeigt,  wie groß unser Hebel im Kampf gegen psychische Belastung und Burnout in unseren Betrieben ist!

Mit unserer UMSETZUNGSHILFE Nr. 29: „Burnout vorbeugen durch motivierendes Arbeitsumfeld“ geben wir Ihnen 9 Tipps, damit Sie Burnout in Ihrem Team vorbeugen können.

Wir wünschen Ihnen einen entspannten 2. Advent!

Ressourcen:

Burisch, M. (2010): Das Burnout – Syndrom. 4., akt. Auflage, S. 116 – 117, Springer-Verlag Berlin Heidelberg.

Langer, E.J. & Rodin, J. (1976): The effects of choice and enhanced personal responsibility for the aged: A field experiment in an institutional setting. Journal of Personality and Social Psychology, 34, pp. 191-198.

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