Ist „Nein“ sagen erlaubt?

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Der Endtermin des Hollywood-Projekts war nach dem letzten Telefonat nicht mehr zu halten, das Projekt auf rot. Brüggel rief seine Vorgesetzte Frau Jäckler an.

„Wir können das Projekt unmöglich von grün auf rot setzen“, bekam es Frau Jäckler mit der Angst. „Ist es okay für Sie, wenn ich jetzt erst einmal ein dunkelgelb nach oben melde?“

„Das Projekt ist aber im roten Bereich“, jammerte Brüggel.

„Wir würden zeigen, dass wir die Risiken vorher falsch eingeschätzt haben. Wollen Sie das Brüggel?“

Keine Antwort war in diesem Falle auch eine Antwort.

Frau Jäckler stand bei Nörzig im Büro und erklärte, dass das Projekt auf gelb zu setzen sei. Dieser bedankte sich für die rechtzeitige Information und machte sich auf, in das Büro des Vice-Präsidenten.

„Es gibt eine Gefährdung des Termins“, flüsterte Nörzig seinem Vorgesetzten zu, während dieser mit einem wichtigen Kunden in den USA telefonierte.

„Dramatisch?“ kritzelte der Vice-Präsident auf einen Schmierzettel. Nörzig notierte: „Wir haben alles im Griff.“ Der Vice-Präsident nickte Nörzig zu und deutete diesem wortlos an, den Raum zu verlassen.

Beim Mittagessen erkundigt sich der Vorstand beim Vice-Präsidenten nach dem Hollywood-Projekt.

„Alles im grünen Bereich, die üblichen Problemchen, aber wir haben selbstverständlich alles unter Kontrolle.“

„Da bin ich aber froh“, freute sich der Vorstand. „Bei dem Kunden können wir uns keinen Fehler mehr erlauben. Zum Glück haben wir inzwischen unser ausgeklügeltes Reporting und Eskalationskonzept.“

„Eine gutes Konzept, was Sie da durchgesetzt haben“, lobte der Vice-Präsident seinen Vorstand.

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