Rollator, oder sich nicht mehr erinnern können, wo man wohnt?

„Bitte wenden“, sagt die freundlich navigierende Frauenstimme. Also wird gewendet – leider mitten im Gotthardtunnel.

Wäre der Verlust Ihres Smartphone eine Art Identitätsverlust, weil Sie keine Telefonnummer mehr auswendig können?

Kennen Sie oben beschriebene Phänomene aus der eigenen Erfahrung, droht Ihnen digitale Demenz, die Abhängigkeit von elektronischen Geräten.

© dondoc-foto – Fotolia.com

Viele Menschen trainieren ihren Körper, um später nicht auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen zu sein. Aber trainieren wir mit der gleichen Konsequenz unser Gehirn?

Machen Sie den Selbsttest und schreiben einmal alle Telefonnummern auf, die Sie aus dem Kopf zusammen bekommen (ohne Polizei und Feuerwehr sind 30 Telefonnummern gut).

Gleiches gilt für den Berufsalltag. Nur wer regelmäßig etwas Neues lernt, trainiert seinen Gehirn-Muskel. Jobrotation ist nicht Fluch, sondern Segen.

Unternehmen müssen aus demografischen und menschlichen Gründen auf regelmäßige Jobrotation bestehen, auch für die 60-jährigen.

Besser mit einem Rollator unterwegs, als nicht mehr zu wissen, wo man wohnt, oder?

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4 Antworten auf Rollator, oder sich nicht mehr erinnern können, wo man wohnt?

  1. Rainer Viesel sagt:

    Sehr interessanter Ansatz,
    nehmen wir als Ergänzung noch die Medien dazu. Hier können wir seit Jahren feststellen, dass wir hier eine sehr einseitige nahezu „überraschend“ synchrone Mainstreammedien haben. Unserem Gehirn wird zwar sugeriert, dass wir durch die täglichen Fernsehnachrichten und die üblichen Printmedien (nicht Bild) gebildet sind. Aber ist das wirklich Bildung? Müssen wir nicht viel eher mindestens 2 voneinander unabhängige Meinungen haben um unserem Gehirn die Aufgabe zu stellen daraus eine vernünftige Eingenmeinug zu bilden? Und führt nicht gerade dieser Prozess zum wirklichen lernen? Können wir von Mitarbeitern welche es gewohnt sind gleichgeschaltete Nachrichten zu konsumieren wie Vokabeln zu lernen erwarten dass sie mit Informationen in ihrem Berufsleben kritisch und konstriktiv umgehen? (Bsp. Gewerkschaft – Arbeitgeber, Gerüchte über Mitarbeiter, Recht und Unrecht) Wollen wir das überhaupt?
    Ich denke schon. Ich erlebe hierbei aber auch eine Verschmelzung von Privatem und Beruf um diesen Prozess zu fördern. Verantwortungsvolle, analytische, kritische und entscheidungsfähige Mitarbeiter hängen ihr Hirn ja nicht zusammen mit dem Blaumann in den Spind sondern nehmen es mit nach Hause zu ihren Familien und Freunden. Und dort beginnt die erbarmunglose Medienmaschinerie das Gehirn wieder umzuerziehen. Ein Hoch auf das Internet und dem der die Zeit und das Interesse hat sich weitere Meinungen zu holen. Ich nenne es „Bewusstseinserweiterung“

    • Ich stimme Ihnen zu, das Internet bietet früher ungeahnte Möglichkeiten. Nur nutzen wir dieses Medium konsequent? Oder lesen wir auch hier überwiegend Seiten, die unser Weltbild bestätigen?

  2. @Rainer Viesel: Ich wünschte, es würden mehr Menschen wie Sie auf alternative und vor allem konträre Informationsquellen zurückgreifen. Mehr ist Ihrem Beitrag nicht hinzuzufügen.

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