Darf der Chef bei Krankheit die Diagnose aufschreiben?

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Nein!

„Aber der Mitarbeiter hat doch freiwillig im Rückkehrgespräch über seine Diagnose gesprochen!“ – so ein häufiger Einwand.

Trotzdem nein!

Zur Erläuterung: Im Allgemeinen ist die Verarbeitung von Gesundheitsdaten unzulässig, da sie gemäß § 28 Abs. 1 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) nicht erforderlich ist. Darüber hinaus sind Gesundheitsdaten nach § 3 Abs. 9 BDSG sogenannte sensitive Daten, d.h. die Betroffenen sind besonders schutzbedürftig.

Nach § 28 Abs. 6 BDSG und § 4a Abs. 3 BDSG muss vor der Speicherung solcher sensitiver Daten explizit die Einwilligung der Betroffenen vorliegen.

Das bloße Nennen der Daten kann nicht als Einwilligung gemäß § 4a Abs. 3 BDSG verstanden werden.

Beachten Sie jedoch den Sonderfall BEM: Bei Maßnahmen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) liegt in der Regel die Einwilligung des Betroffenen vor, da das BEM sonst nicht möglich ist. In der Gesprächsnotiz zum BEM dürfen dann auch Diagnosen stehen.

 

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