Mike Rother: Kata des Weltmarkführers – eine Rezension

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„Ich habe eine Menge Manager und Ingenieure sagen hören: ‚Wir haben das Kanban-System ausprobiert, aber bei uns funktioniert das nicht.‘ Worauf ein Toyota-Mitarbeiter vielleicht antworten würde: ‚Aber Kanban funktioniert doch schon. Es hat Ihnen ein Hindernis aufgezeigt, an dem Sie jetzt arbeiten müssen.‘ (Seite 107)“

Wer die Lean-Werkzeuge, die Toyota zugeschrieben werden, liebt, wird enttäuscht werden.

Denn Mike Rother behauptet (und versucht zu beweisen), dass diese Werkzeuge alle nur Mittel zum Zweck sind, die ständige Verbesserung am Laufen zu halten.

Tatsächlich rechnet Rother mit gängigen Management-Methoden, wie MbO oder Kosten-Nutzen-Rechnung ab, die die Produktionsunternehmen in Deutschland in den Implementierungsmodus versetzt haben. In diesem Modus bewegen sich nun die Unternehmen und arbeiten die immer länger werdenden Arbeitslisten ab.

Rothers Lösung, die er bei Toyota entdeckt haben will: Die Verbesserungs-Kata und die Coaching-Kata.

Die Verbesserungs-Kata ist die ständige Suche nach Problemen. Ist ein Problem identifiziert, wird es systematisch bearbeitet und gelöst. Dann wird das nächste Problem gesucht. Dabei dienen die Werkzeuge, wie Kanban oder Heijunka (Levelling) lediglich der Entdeckung von Problemen oder Hindernissen.

Die Coaching-Kata ist die ständige Ausbildung von Mitarbeitern zu Problemlösern. Dabei werden die Trainees nicht geschult, sondern an konkreten Problemen vor Ort bei der Problemlösung begleitet.

Dieses Buch ist lesenswert für alle, die sich mit dem Toyota-Produktionssystem beschäftigen oder ihren eigenen Führungsstil verbessern wollen. Wer allerdings Joda (aus StarWars) zitiert („Tu  es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen“; S. 132), muss damit rechnen, Seriosität zu verlieren.

Für Produktionsspezialisten und Führungskräfte, die für eine Produktion verantwortlich sind, ist dieses Buch allerdings eine Pflichtlektüre, da es eine anderen (und wohl auch besseren) Weg zeigt, eine Organisation dauerhaft erfolgreich zu führen.

Kurzfassung der Rezension auf Amazon.

[1] Rother, M. (2009). Die Kata des Weltmarktführers. Campus-Verlag, Frankfurt.

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