Wie der Einkauf die Konstrukteure stresst

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Bei einem Maschinenbau-Betrieb im Deutschland läuft ein neues Projekt:

Verbesserte Produktivität im Einkauf

Früher haben zwei Kollegen nur Bestellungen rausgehauen. Damit ist jetzt Schluss. Die Bestellungen werden nun durch die „Verursacher“ selbst erstellt. Die zwei Kollegen können sich jetzt um wichtigeres kümmern…

Drei Räume weiter: Frust in der Konstruktion. Die vier Konstrukteure stöhnen – wenn Sie die Konstruktion fertig haben, erwartet sie Strafarbeit. Sie ringen dann zwei bis drei Tage mit dem SAP, bis sie alle Bestellungen draußen haben. Die Konstrukteure kommen ins Schwitzen, denn diese Zeit fehlt für die eigentliche Arbeit. Lösung: Damit die Konstruktionen pünktlich fertig werden, haben sie sich über einen Dienstleister einen weiteren Konstrukteur eingekauft.

Die Situation ist fast schon komisch: Die Konstrukteure kaufen einen Teil ihrer Arbeit zu, damit sie Zeit für administrative Jobs bekommen.

Was hat der Einkauf dem Unternehmen angetan?

Der Maschinenbaubetrieb verzichtet auf einen Teil der Kapazität seiner Konstrukteure. Wie viel Ingenieurs- und Technikerkapazität wird auf diesem Weg verschwendet?

Und schlimmer: was richtet dies bei den Konstrukteuren an?

Stress. Denn wie fühlen sich die Konstrukteure, wenn sie mit dem SAP ringen? Die gefühlte Belastung steigt drastisch, wenn sie gleichzeitig den Fremdkonstrukteur zwei Tische weiter beim Konstruieren zu sehen müssen.

Entscheidend für die psychische Belastung durch Arbeit ist vor allem der Inhalt. Unsinnige Arbeiten wirken stressfördernd.

Daher erst nachdenken und dann die Leistungen von außen zukaufen, die Sie wirklich nicht selbst machen sollten.

Der zugekaufte Konstrukteur hatte übrigens den wenigsten Stress, da er endlich das machen durfte, was er am besten konnte: konstruieren!

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