Ist Sandy mit ihrer Arbeit zufrieden?

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Was schätzen Sie: ist Sandy mit ihrer Arbeit zufrieden?
Wenn wir Sandy Pfingsten gefragt hätten – wäre die Antwort vermutlich ein klares Nein gewesen. Sie war frustriert. Den Job empfand sie als langweilig, ihre Ideen waren nicht gefragt. Sie trat auf der Stelle und war verzweifelt. Inzwischen hat sie sich für love-it entschieden. Sie hat gelernt ihren Job zu ertragen.

Nennt man es vielleicht work-life-balance? Sie erträgt die Arbeit, um ihr Leben zu finanzieren. Ihre Ansprüche an den Job sind mit der Zeit gesunken. Sie erwartet ein pünktliches Gehalt. Für den Rest hat sie ihren Mann und den Bauernhof…

Wenn wir Sandy jetzt nach ihrer Zufriedenheit befragen, bekommen wir vermutlich sogar ein Ja. Sie hat inzwischen alles was sie braucht.

Zufriedenheit der Mitarbeiter sagt nichts über deren Leistungsbereitschaft.

PS: Psychologen nennen dies auch „desillusionierte Zufriedenheit“ 😉

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4 Antworten auf Ist Sandy mit ihrer Arbeit zufrieden?

  1. Rainer Viesel sagt:

    1984, zu Beginn meiner Aubildung als ich über den Inhalt meiner Tätigkeit etwas gemeckert hatte sagte mein Vorgesetzter:“ ich solle froh sein überhaupt einen Ausbildungsplatz zu haben“. Also war ich froh einen Ausbildungsplatz zu haben. Er hatte ja eigentlich recht. Sollte dies aber die End-Lösung für Sandys Problem sein? Meines war es nicht. Befinden wir uns in der Personalentwicklung wieder auf dem Niveau von 1984? Wenn Zufriedenheit langfristig nichts über Leistungsbereitschaft aussagt, dann bedeutet dies, dass Unzufriedenheit auch nichts über Leistungsbereitschaft aussagt. Warum sollte mir dann die Zufriedenheit wichtig sein? Warum nur stellen sich bei mir die Nackenhaare?
    Ich bin gespannt wie es weitergeht.
    PS: Und bei dem tollen Ausdruck „desillusionierte Zufriedenheit“ kommen mir sofort wieder unsere Medien in den Sinn. Aber ist ein anderes Thema.

  2. Danke für Ihren Kommentar. Ich sehe dieses Thema gar nicht bei der Personalentwicklung sondern beim Vorgesetzten. Der direkte Vorgesetzte macht häufig den Unterschied.

    Infratest clustert die Belegschaft bei Mitarbeiterbefragungen in:

    # Erfolgsgaranten
    # Distanzierte Leistungsträger
    # Unternehmensbewohner
    # Nicht-Erreichte

    In welche Gruppe würden Sie Sandy einordnen?
    Zu den Erfolgsgaranten oder distanzierten Leistungsträgern würde ich sie nicht mehr zählen. Vermutlich gehört sie zu den Unternehmensbewohnern, im schlimmsten Fall wird sie vom Unternehmen gar nicht mehr erreicht.
    Die Unternehmensbewohner zählen laut Infratest zu den sehr zufriedenen Mitarbeitern. Sie erledigen ihre Arbeit ohne sie direkt als motivierend zu empfinden. Laut Infratest ist dieser Typ Mitarbeiter unkompliziert und stabilisierend. Diese Mitarbeiter haben einen großen Bedarf nach Sicherheit und arbeiten sehr weisungsgebunden. Circa 30% der Belegschaft gehört in Deutschland zu den Unternehmensbewohnern (der Anteil scheint übrigens mit dem Alter zuzunehmen…)
    Sollte Zufriedenheit wichtig sein? Ich denke nein – Verbundenheit (Commitment), die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, Chancen zu ergreifen sind wichtiger.

    Wie geht es mit Sandy weiter? Erlauben Sie mir bitte eine Gegenfrage: Für wen ist die Situation nachteiliger? Für Sandy oder für das Unternehmen, welches Sandy beschäftigt?

    PS:Link zur Infratest-Nomenklatur: http://www.tns-infratest.com/newsletter/trendletters/2006_01.asp

  3. Rainer Viesel sagt:

    Ich teile den klassischen Vorgesetzten – Abteilungsleiter in 2 Aufgabengebiete.
    1. die eher technische Seite des Arbeitsplatzes: Kann man an dem Arbeitsplatz die Bedürfnisse der Kunden überhaupt erfüllen?
    2. die Mitarbeiter: Wollen diese an ihrem Arbeitsplatz die Bedürfnisse der Kunden erfüllen? – Motivation.
    Und den 2. Teil hatte ich als Personalführung verstanden. Der Personalführer im Vorgesetzten und nicht die übergeordnete gleichnamige Abteilung.
    Zu ihrer Frage: Schädlich ist die Situation nur fürs Unternehmen. Besonders wenn die Anzahl der Unternehmensbewohner auf Grund des Führungsverhaltens steigt. (meine Meinung)

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