Mammogramm positiv! Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs?

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Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ihre Freundin war beim Gynäkologen, um sich bezüglich Brustkrebs untersuchen zu lassen (Mammogramm). Der Test war bei Ihrer Freundin positiv. Sie steht in Tränen aufgelöst vor Ihnen – wie versuchen Sie Ihre Freundin zu trösten?

Sie haben folgende Information vom Arzt: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau Anfang 40 Brustkrebs hat, beträgt ungefähr 1 Prozent. Wenn Sie Brustkrebs hat, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Mammogramm positiv ist, bei 90 Prozent. Wenn sie keinen Brustkrebs hat, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit 9 Prozent, dass der Test dennoch positiv ausfällt.

Wie sicher ist es, dass eine Frau deren Mammogramm positiv ist, tatsächlich Brustkrebs hat?

Die Information des Arztes wirkt auf Sie verwirrend? Sie ist es auch, denn Angaben in Prozent lassen sich intuitiv nicht erschließen. Die Evolution hat uns darauf nicht vorbereitet. Übersetzen Sie die obigen Angaben in Häufigkeiten:

Stellen Sie sich 100 Frauen vor. Eine von ihnen hat Brustkrebs und ihr Mammogramm wird wahrscheinlich positiv ausfallen. Von den übrigen 99 Frauen, die keinen Brustkrebs haben, werden 9 ebenfalls positiv getestet, also sind insgesamt 10 Mammogramme positiv.

Wie viele von den insgesamt 10 positiv getesteten Frauen haben nun tatsächlich Brustkrebs? Ja – jetzt ist es einfach: eine.

Und nun? Vermeiden Sie bei der Kommunikation Prozent-Angaben. Verwenden Sie stattdessen natürliche Häufigkeiten. Diese werden intuitiv – also einfacher verstanden.

Ressourcen:

Gigerenzer, Gerd (2011): Das Einmaleins der Skepsis, 7. Aufl. BvT Berliner Taschenbuch Verlags GmbH, Berlin.

 

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