Mit guten Freunden teilt man ein Küsschen – aber nicht die Rechnung!

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Wenn wir bar zahlen, dann schmerzt der Verlust der Münzen. Wir leiden einen Bezahlschmerz. Kreditkartenfirmen leben davon, dass wir uns emotional besser fühlen, wenn wir mit Plastik-Geld statt mit Münzen zahlen. Wenn wir mit Karte zahlen kommt der Kater erst später ;-).

Übrigens der Bezahlschmerz steigt nicht linear mit der Höhe der Rechnung. Der emotional empfundene Verlust von €100 ist nicht doppelt so hoch wie der von €50. Wie können Sie dies für sich nutzen? Wenn Sie das nächste Mal mit guten Freunden am Stammtisch brüten, dann teilen Sie sich auf keinen Fall die Rechnung. Indem eine Person die Rechnung übernimmt, fällt der Bezahlschmerz nur bei einer Person an. Und der Schmerz für €60 ist geringer, als wenn jeder der vier Freunde den Schmerz für €15 hätte ertragen müssen.

Ressourcen:

Kahnemann, D. and Tversky, A. (1984): Choices, values and frames. American Psychologist, 39, pp. 341-350.

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2 Antworten auf Mit guten Freunden teilt man ein Küsschen – aber nicht die Rechnung!

  1. Rainer Viesel sagt:

    Bei der grundsoliden EU-Finanzpolitik wird sich das Problem des Bezahlens mit Karte oder Bargeld bald erledigt haben. Es wird nur noch Karte geben. Das kleine Stück Plastik gibt uns dann die Illusion dass die dazu gehörenden Scheinchen tatsächlich auf der Bank liegen, und Facebook und Twitter geben uns die Illusion dass wir Freunde hätten wenn wir denn das Haus verlassen würden.
    Ein hoch auf gute Freunde aus Fleisch und Blut hat. Diese auch in der Firma zu haben ist keine Schande. Da ist der Bezahlschmerz kaum noch spürbar. Prost!

  2. Thomas Hochgeschurtz sagt:

    Virtuelles Geld, virtuelle Freunde, virtuelle Arbeitsplätze. Sind die heutigen Absolventen noch in reale soziale Netzwerke wie Unternehmen integrierbar? Auf jedenfall haben Vorgesetzte wie Sie Herr Viesel zusätzliche „erzieherische Aufgaben“ bekommen. Wer aber öfters mal mit seinen Mitarbeitern und Kollegen privat etwas unternimmt, löst dieses Problem. Der Bezahlschmerz für Griechenland bleibt uns allerdings erhalten 🙂

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