Was haben die graue Mülltonne und Arbeitszeit miteinander zu tun?

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Ich hoffe, Sie denken nicht „Arbeit ist für den Müll.“

In einem Müllentsorgungsunternehmen mit zehn Fahrzeugen werden die Fahrbezirke so eingeteilt, dass alle Teams die gleiche Strecke fahren müssen.

Trotzdem kommen die zehn Fahrzeuge am Ende des Arbeitstages zu unterschiedlichen Zeiten auf den Betriebshof zurück!

Warum ist das so?

Besonders Team 3 (Foto oben) ist den anderen Kollegen ein Dorn im Auge, da diese jeden Tag 60 Minuten früher als die anderen Feierabend machen!

Die neun anderen Teams drängen den Vorgesetzten das abzustellen. Ach ja, dieser Betrieb hat übrigens Vertrauensarbeitszeit, das heißt, die Teams haben Feierabend, wenn Sie zurück auf dem Betriebshof sind.

Was würden Sie tun, um der Forderung der anderen neun Teams nach mehr Gerechtigkeit nachzukommen?

  1. Abschaffung der Vertrauensarbeitszeit.
  2. Ich spreche Team 3 auf die Situation an.
  3. Ich tausche die Strecken von Team 3 mit dem Team, das am längsten unterwegs ist.
  4. Sie fordern von den anderen neun Teams die gleiche Geschwindigkeit, wie von Team 3.

Für welche Variante haben Sie sich entschieden? Entscheiden Sie sich bitte jetzt!

I. Haben Sie die Vertrauensarbeitszeit abgeschafft? Schön dumm, jetzt brauchen alle Teams auf einmal eine Stunde länger. So belohnen Sie langsames Arbeiten und zahlen wegen der Überstunden 10% mehr Entgelt. Sie haben das Unternehmen soeben ruiniert!

II. Sie sprechen Team 3 an. Sie sind eine gute Führungskraft, da sich das Verhalten bereits am nächsten Tag geändert hat. Jetzt kommt Team 3 jeden Tag sogar 5 Minuten später als die anderen. Einige Tage später bekommen Sie eine Beschwerde, dass ein Müllfahrzeug jeden Tag etwas über eine Stunde auf einem Parkplatz nahe dem Betriebshofs steht. Sie fragen das Kennzeichen nach und stellen fest: Team 3!

III. Sie tauschen die Strecken der Teams. Es ändert sich aber nichts. Team 3 kommt weiterhin jeden Tag 60 Minuten früher als die anderen. Zeit sich für Lösung 1, 2 oder 4 zu entscheiden.

IV. Sie drehen den Spieß der Beschwerdeführer um, und verlangen von jedem Team die Geschwindigkeit von Team 3. Sie sind eine gute Führungskraft. Am nächsten Tag sind alle Teams so schnell, wie Team 3. Zwei Tage später häufen sich schlagartig die Beschwerden. Der Bürgermeister erfährt, dass alle Müllwerker seit ein paar Tagen sehr früh Feierabend haben, rechnet 1 und 1 zusammen und entlässt Sie.

Und was ist jetzt die Lösung?

Hören Sie auf, Zeit als Maßstab für Leistung zu nutzen. Wenn Sie Zeit messen, kriegen Sie von Ihren Mitarbeitern Zeit. Sie sollten jedoch Leistung verlangen und messen.

Bitte schreiben Sie einen Kommentar, was Ihre Lösung für das Problem ist!

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2 Antworten auf Was haben die graue Mülltonne und Arbeitszeit miteinander zu tun?

  1. Rainer Viesel sagt:

    „Was würden Sie tun, um der Forderung der anderen neun Teams nach mehr Gerechtigkeit nachzukommen?“
    Gute Frage. Ich habe die Mitarbeiter der Müllentsorgungsunternehmen in unserem Ortsteil immer als sehr freundliche und aufgeschlossene Menschen kennen genelernt. Was bei der Art der Beschäftigung durchaus meine Bewunderung findet. Die zuerst erwogene Möglichkeit 5, den Protest zu ignorieren, habe deshalb wieder verworfen.
    Also Möglichkeit 6: Durch die Vertrauensarbeitszeit ist die Ungerechtigkeit ja eigentlich nur subjektiv gefühlt und nicht real. Die Anforderungen für das Endgeld sind ja Qualität und nicht Zeit. Kennen die Mitarbeiter den Sinn von Vetrauensarbeitszeit?
    Team 3 muss sich also sein Arbeitsumfeld und Arbeitsablauf so gestaltet haben, dass dadurch bei gleicher Qualität Zeit eingespart wird. KVP eben. Wie bekomme ich nun dieses Wissen an die anderen Teams? Entweder durch zeitweises tauschen der Teams um die unterschiedlichen Arbeitsabläufe kennen zu lernen, oder ich begleite die Teams jeweils einen Tag um die Arbeitsabläufe selbst zu studieren und mit ihnen einen gemeinsamen Arbeitsablauf festzulegen. Die erste Variante dürfte die höhere Akzeptanz erzeugen.
    Wie gehts wirklich?

    • Herr Viesel, Sie machen alles richtig. Eben nicht Lösung 1-4! Wir konzentrieren uns auf die Messung der Leistung (= Qualität der Müllabfuhr = Anzahl der Beschwerden aus dem jeweiligen Bezirk), nicht auf die Messung des Zeitverbrauchs. Die Ungerechtigkeit ist, wie Sie sehr gut analysiert haben, subjektiv und nur gefühlt. Damit ist es Aufgabe der anderen neun Teams, sich zu verbessern, nicht Ihre!

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