Beeinflusst Intelligenz den Lernerfolg in der Schule?

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Zu Beginn des Schuljahres wurden alle Schüler einer Schule einem Intelligenztest unterzogen (IQ-Test). Dabei wurde bei 20% der Schüler eine besondere Begabung festgestellt. Den Lehrern wurden die Namen der besonders begabten Schüler mitgeteilt.

Die Lehrer bemerkten jedoch nicht, dass sie an einem Experiment teilgenommen haben. In Wirklichkeit wurden die vermeintlich Hochbegabten vollständig durch Zufall ermittelt. Die benannten Schüler waren genauso durchschnittlich intelligent wie die restlichen 80% der Schüler. Die Hochbegabung war nur vorgetäuscht.

Am Ende des Schuljahres wurde der IQ der Schüler erneut gemessen. Die Überraschung: Die Schüler die auf der Hochbegabten-Liste standen, hatten den stärksten IQ-Zuwachs. Nur warum? Die Lehrer haben die Schüler die scheinbar hochbegabt sind stärker gefördert als die durchschnittlichen Schüler. Das Zutrauen der Lehrer hat die Entwicklung der Kinder stärker beeinflusst als ihr Eingangs-IQ.

Würde das im Betrieb ähnlich funktionieren?

Ressourcen: Rosenthal, R. and Jacobson, L. (1968): Pygmalion in the Classroom: Teacher Expectation and Pupils’ Intellectual Development. Holt, Rinehart & Winston, New York.

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4 Antworten auf Beeinflusst Intelligenz den Lernerfolg in der Schule?

  1. Jochen sagt:

    Und zwar kann man mit einem „Intelligenztest“ auch beurteilen, wo die Stärken eines Individuums liegen und die Person so gezielt in Arbeitsbereiche in einem Betrieb unterbringen, in denen man meint, dass sie dort am effektivsten arbeiten kann. Moralisch betrachtet wäre der Test wohl fragwürdig, doch für die Effizienz eines Unternehmens enstehen so potentielle Wachstumschancen.

    • Thomas Hochgeschurtz sagt:

      @Jochen: Im ersten Augenblick wäre die Effizienz vielleicht erhöht, aber mittelfristig kann es Probleme geben, wenn Mitarbeiterinnen nur auf eine bestimmte Tätigkeit passen. Unternehmen sollten darauf achten, Mitarbeiterinnen einzustellen, die zu ihnen passen. Fachwissen kann frau sich aneignen, sozial Kompetenz eher nicht. Im übrigen sind Hochbegabte nicht immer hochleistend; ich kann ein Lied davon singen 🙂

  2. Franz Josef Neffe sagt:

    Klar hilft es nichts, wenn wir unsere Unterrichtsvollzugsanstalten mit Schulen verwechseln.
    Man sollte nicht den Fehler begehen, beim Intelligenztest der Klasse, immer den Lehrer auszuschließen. Wer beachtet schon die SUGGESTIV wirksamen Folgen?
    Für die neue Ich-kann-Schule untersuche ich seit bald 40 Jahren die SUGGESTIVEN WIRKUNGEN (nicht nur) in der Pädagogik. Zum Beispiel wird es sehr interessant, wenn wir – wie im o.g. Versuch – experimentell dafür sorgen, dass Vp-Lehrer etwas Bestimmtes DENKEN + FÜHLEN + AUSSTRAHLEN. In der Ich-kann-Schule weiß jedes kleine Kind schon, dass STRAHLEN – anders als Worte, die man zurückweisen kann – überall durchkommen.
    Da weiß jedes kleine Kind in der Ich-kann-Schule a) durch einfache Beachtung der eigenen Gedanken, Gefühle und Ausstrahlung und b) durch Wahrnehmung des Denkens, Fühlens und Ausstrahlens aller Personen in jedem Augenblick mehr als die Wissenschaftler des obigen Versuches – und die wussten doch schon sehr viel mehr als die Lehrer des Versuchs.
    Nun stünden den Lehrern – wenn sie er erkennen und nutzen lernen würden – Ich-kann-Schule-Schüler jederzeit zur Verfügung. Das wär doch mal ein Versuch!!
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

    • @Franz Josef Neffe: Das Experiment hat uns gezeigt (unabhängig von der Umwelt, in der es stattfand), dass wir Menschen durch Informationen sogar unterbewußt unser Verhalten verändern. Nun stellen wir uns die Frage, ob wir diesen Effekt im betrieblichen Umfeld erleben und nutzen können.

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