Was macht Doppelverdiener glücklich?

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Wissenschaftler untersuchten beruflich erfolgreiche Doppelverdienerpaare, die trotz Mehrfachbelastung von Beruf und Kindererziehung mit ihrem Leben besonders glücklich waren. Bei den befragten Paaren hat jeder Partner mindestens 35 Stunden die Woche gearbeitet und sie hatten mindestens ein Kind, welches maximal 12 Jahre alt war.

Dabei wurden zehn Strategien festgestellt, die es diesen Paaren half, die Mehrfachbelastung aus Beruf und Familie zu puffern. Die Reihenfolge entspricht der gefundenen Wirksamkeit. Der stärkste Puffer zu erst:

  1. Beide Partner messen der Familie die höchste Priorität zu. Sie haben spezielle Zeiten pro Woche für gemeinsame Aktivitäten geblockt (z. B. gemeinsames Pizza essen am Freitagabend). Und im Dilemma zwischen Familie und Karriere haben sich die Partner bewusst gegen Karriere entschieden.
  2. Gleichberechtigte Partnerschaft: Wichtige Entscheidungen Beruf und Familie betreffend wurden gemeinsam und gleichberechtigt getroffen.
  3. Die Paare waren überzeugt eine sinnvolle Tätigkeit zu tun.
  4. Klare Grenze zwischen Beruf und Familie. Das Ideal: Es wurde keine Arbeit mit nach Hause genommen.
  5. Hohe Produktivität auf Arbeit. Um die Arbeitszeit im vernünftigen Maß zu halten, war diesen Paaren Produktivität während der Arbeit besonders wichtig.
  6. Gemeinsame Familien-Aktivitäten wurde eine hohe Priorität eingeräumt. Anstatt mit den Kumpels, um die Häuser zu ziehen um die Häuser zu ziehen, wurde die Zeit bewusst mit der Familie verbracht.
  7. Die Paare sind stolz auf ihren Status als Doppelverdiener. Sie lassen sich von vielen „gut gemeinten“ Ratschlägen nicht verunsichern und bekennen sich auch emotional zu ihrer Lebensweise (Schlagwort: Rabeneltern).
  8. Das Leben vereinfachen. Einige haben den Fernseher abgeschafft, um sich nicht vor dem gemeinsamen Familienabend zu drücken. Andere versuchten ihre Ausgaben möglichst variabel zu halten, um nicht aus finanziellen Gründen zu Überstunden gezwungen zu sein.
  9. Bewusst entscheiden, um sich nicht von Zufällen und Angeboten treiben zu lassen.
  10. Bewusster Umgang mit der Zeit. Die Paare behandelten ihre gemeinsame Zeit als ihr wertvollstes Gut und dachten intensiver darüber nach, mit welchen Aktivitäten sie ihre Zeit verbringen wollten.

Ressource:
Haddock, S.A., Zimmerman, T.S. Ziemba, S.J., Current, L.R. (2001): Ten adaptive strategies for family and work balance: Advices from successful families, Journal of Marital and Family Therapy, Vol. 27, No.4, pp. 445-458

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2 Antworten auf Was macht Doppelverdiener glücklich?

  1. Rainer Viesel sagt:

    Ein schönes Thema. Aus der Unfrage geht jedoch nicht hervor wie viele der Befragten Doppelverdiener sich als glücklich bezeichnen. 25% ???. Ich empfehle sich das Youtube Video von C-Rebell-Um „was sagt ihr euren Kindern“ (die Version 4:31 min.) anzuschauen um seinen eigenen Status zu überprüfen. Punkt 8 (Fernseher) ist natürlich Pflicht und der Anfang von allem.
    Seit gut zu euren Familien und verbringt den 22.09.13 ausserhalb des Wahllokals. Die Stimme wird noch benötigt, also nicht in die Urne schmeißen.

  2. Stimmt Herr Viesel, dies haben die Autoren nicht untersucht. Sie zitieren aber andere Studien, demnach 42% bis 58% Probleme mit der Vereinbarkeit haben. Damit dürften Sie mit Ihrer Schätzung richtig liegen.
    Übrigens den zitierten Artikel finden Sie hier: http://www.workandfamily.chhs.colostate.edu/articles/files/Ten%20adaptive%20strategies%20for%20Work%20and%20Family%20balance,%2001.PDF

    Liebe Grüße, Enrico Briegert

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