Was tun, wenn sich zwei Mitarbeiter streiten?

© panthermedia.net Phovoi R.

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Brüggel kommt in Ihr Büro und beschwert sich über Nörzig. Bei der ersten Atempause unterbrechen Sie ihn kurz und holen den Nörzig dazu. Denn es gilt:

„Wir reden miteinander, nicht übereinander.“

Nörzig konnte gerade seine Jacke ausziehen, da schießt der Brüggel schon los.

„Ich brauche die Teile noch dieses Wochenende, sonst können wir den Kundentermin vergessen.“.

Nörzig lässt es nicht auf sich sitzen und keilt sofort zurück: „Wenn deine Leute besser planen würden, dann hättest du die auch bekommen. Jetzt kann ich auch nichts mehr tun, denn wir haben einen wichtigen Kunden mit Liefertermin.“

Nörzigs Gesicht ist zur Faust geballt. Er signalisiert mit jeder Faser seines Körpers Kampf… Konstruktive Ideen brauchen Sie jetzt nicht mehr erwarten. Eine Lösung ist nur möglich, wenn Nörzig und Brüggel einander zuhören und die Situation des anderen verstehen. Wenn dann noch Einsicht folgt, ist die Lösung nahe. Lautstärke und Kampf helfen nicht.

Wie stoppt man den Debattier-Modus?

Unterbrechen Sie die beiden Streithähne und sagen Sie: Ab sofort ist ein neues Statement erst möglich, wenn die Aussage des Vorredners inhaltlich komplett wieder gegeben wurde.

Beispiel:

Nörzig: „Ich brauche die Teile noch dieses Wochenende, sonst können wir den Kundentermin nicht mehr halten.“

Brüggel: „Nörzig habe ich dich richtig verstanden, du brauchst noch dieses Wochenende die Teile, weil ihr sonst in der kommenden Woche Stillstände hättet?“

Nörzig: „Nein, das meinte ich nicht. Ich brauche die Teile noch dieses Wochenende, sonst können wir den Kundentermin nicht mehr halten.“

Brüggel: „Nörzig habe ich dich jetzt richtig verstanden, du brauchst die Teile noch dieses Wochenende, da du ansonsten den Kundentermin nicht schaffst?“

Nörzig: „Ja, das meinte ich.“

Jetzt erst darf Brüggel seinen Punkt anbringen. Anschließend muss Nörzig diesen Punkt sinngemäß wiedergeben, dann darf er wieder.

Sie überwachen als Moderator lediglich ob der Vorredner den Inhalt sinngemäß wiedergegeben hat.

Durch den Zwang des sinngetreuen Wiedergebens, müssen sich beide auf die Argumente des anderen einlassen und diese durchdenken. Dadurch wird das Gespräch sachlich und die Lösung rückt näher.

Weitere Tipps im Umgang mit Konfliken finden Sie in der Umsetzungshilfe Nr. 13:

Konflikte managen. www.umsetzungshilfe.de/13

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