Fehler oder Fehlverhalten?

© panthermedia.net / Randolf Berold

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Randolf Berold

Faire Führung heißt, dass gleiches Verhalten zur gleichen Konsequenz führt. Das Gegenteil führt zu unberechenbaren Verhalten der Vorgesetzten, damit zur Demotivation.
Daraufhin schilderte uns ein Vorgesetzter den folgenden Fall: „Vor einem Monat hat ein Mitarbeiter bei der Erfassung der Arbeitszeit betrogen. Dieser Mitarbeiter ist früher nach Hause gegangen, hat aber seine Karte einem Kollegen überlassen, damit dieser für ihn abstempelt. Dem Mitarbeiter wurden also die vollen acht Arbeitsstunden auf seinem Konto gutgeschrieben, obwohl er nur sieben Stunden tatsächlich arbeitete. Wir haben diesen Mitarbeiter für dieses Verhalten abgemahnt.
In der letzten Woche ist uns etwas Ähnliches passiert. Vier Mitarbeiter waren gemeinsam auf einer Dienstreise. Drei Mitarbeiter meldeten als Ankunftszeit 18:30 Uhr. Aber einer der vier Mitarbeiter meldete als Ankunftszeit 19:30 Uhr. Obwohl die vier Kollegen gemeinsam im Auto saßen hat sich ein Mitarbeiter eine Stunde mehr geschrieben, als die anderen drei. Dieser Mitarbeiter hat uns also auch betrogen. Ist die Abmahnung jetzt auch angemessen?“

Wir fragten nach: „Wie melden denn Ihre Mitarbeiter die Ankunftszeit nach einer Dienstreise?“
„Sie senden eine E-Mail an die Reisestelle. In dieser E-Mail stand bei dem einen Kollegen 19:30 als Ankunftszeit.“

Nur ist dies ein Fehlverhalten des Mitarbeiters oder ein Tippfehler (9 neben 8 auf der Tastatur)? Ein Tippfehler ist ein Fehler und kein Fehlverhalten. Damit sind beide Sachverhalte nicht gleich.

Ich würde kurz mit dem Mitarbeiter reden, ob er auch 18:30 angekommen ist. Falls ja, dann die Zeit entsprechend korrigieren.

Was hätten Sie getan?

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