Legal ist nicht gleich legitim! Darf Ihr Handeln in der Zeitung stehen?

© panthermedia.net / BrianAJackson

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Auf die Dividenden-Zahlung deutscher Unternehmen wird eine Kapitalertrags-Steuer von 25% fällig. Im Gegensatz zu ausländischen Investoren können inländische Investoren diese Steuer mit ihren Verlusten verrechnen. Indem ausländische Investoren ihre Aktien am Tag vor der Ausschüttung an einen deutschen Investor verkaufen, umgehen sie die Kapitalertragssteuer. „Ihre“ Aktien kaufen sie dann am Tag nach der Ausschüttung wieder zurück.

Die Kapitalertragssteuer fällt jetzt beim neuen Aktieninhaber an. Die Zahlung der Divende führt an der Börse zu einem Kursabschlag (im Ideal in der Höhe der Dividendenzahlung). Wenn der deutsche Investor am Tag nach der Ausschüttung seine Aktien wieder verkauft, erleidet er einen Verlust. Da ja die Aktien durch die Ausschüttung an Wert verloren haben. Der deutsche Investor rechnet diesen Verlust gegen seine Dividenden-Gewinne.

Das Ergebnis dieser Cum-Cum-Geschäfte: Der ausländische Investor spart die Kapitalertrags-Steuer. Der deutsche Investor rechnet seinen Dividendenertrag gegen den Kursverlust und spart dadurch auch Kapitalertrags-Steuer. Dafür bekommt der deutsche Investor eine Service-Gebühr vom ausländischen Investor. Wer ist der Dumme? Jeder Steuerzahler.

Dieses Geschäftsmodell mag legal sein. Aber ist es auch legitim?

Empfinden Sie Ihr Verhalten als legitim?

Prüfen Sie, ob Sie damit leben könnten, wenn Ihr Verhalten morgen in der Zeitung, am schwarzen Brett oder im Internet steht. Wenn Sie damit nicht leben können, dann ist das Verhalten vermutlich nicht legitim. Für eine große Bank wird die Diskussion um Cum-Cum-Geschäfte gerade zum PR-Desaster. Auch über die Abgasmessung hätte man lieber nicht in der Öffentlichkeit diskutieren müssen.

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