Was ist ein Muster (Fehlzeiten reduzieren)

Schlüssel zur erfolgreichen Reduzierung von Fehlzeiten ist die Unterscheidung von beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Fehlzeiten. Wir definieren einen beeinflussbaren Arbeitsunfähigen als jemanden der ein Muster in seinen krankheitsbedingten Fehltagen hat.

Aber was ist ein Muster? Natürlich gibt es einfach Muster:

  • Mitarbeiter fehlt häufig Montags
  • Mitarbeiter fehlt häufig nach Urlaub
  • Mitarbeiter fehlt häufig in Spätschicht
  • Mitarbeiter fehlt häufig nach Spielen seines Lieblingsclubs

Müssen Sie nun detailliert alle Jahreskalender Ihrer Mitarbeiter analysieren?

Nein, Sie können es sich deutlich einfacher machen:

Statistisch gibt jeder Beschäftigte laut TK-Gesundheitsreport (1) 2016 1,2 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (A.U.B.s) pro Jahr ab.

Das heißt, dass jemand der zwei Krankmeldungen im Jahr abgibt, bereits überdurchschnittlich und damit auffällig ist.

Und laut der vorläufigen Daten aus dem TK Gesundheitsreport 2017 (2) haben 50,9% aller TK-versicherten in 2017 keine A.U.B. abgegeben. D. h. jeder Mitarbeiter müsste statistisch alle zwei Jahre keine A.U.B. abgeben.

Wenn Sie diese zwei Informationen verknüpfen, haben Sie bereits ein Muster.

Mitarbeiter, die jedes Jahr zwei oder mehr A.U.B.s abgeben, sollten Sie im Rahmen Ihrer Fürsorgepflicht genauer anschauen.

Müssen Sie mit jedem Mitarbeiter, der dieses Kriterium erfüllt ein Fehlzeitengespräch nach UH38 führen?

Auf keinen Fall. Letztlich ist es immer die Entscheidung der Führungskraft, mit wem sie wann ein Fehlzeitengespräch führt. Denn die direkte Führungskraft weiß sicher immer am zweitbesten, ob ein Mitarbeiter beeinflussbare Fehlzeiten hat oder nicht.

Am „zweitbesten“?

Natürlich gibt es einen Menschen, der es noch besser weiß.

Viel Erfolg bei der Umsetzung.

Ressourcen:

(1) TK-Gesundheitsreport 2016. www.tk.de (Auszug 11.03.2018)
(2) TK-Gesundheitsreport 2017. www.tk.de (Auszug 11.03.2018)
(3) Briegert, E. & Hochgeschurtz, Th. (2017): Umsetzungshilfe Nr. 38. Gespräche wegen Krankheit: Teil 2: Fehlzeitengespräch, Umsetzungshilfe Nr. 38, www.umsetzungshilfe.de/38

 

Dieser Beitrag wurde publiziert in Alle zugeordnet zu , . Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.