Strategien zum Fachkräftemangel (Teil 3)

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Dmitriy Shironosov

Mit dem heutigen Teil endet unsere Serie zu Ihren Strategien zum Fachkräftemangel.

Alle Strategien finden Sie in der Umsetzungshilfe 83. Abonnieren Sie noch heute die kommenden Umsetzungshilfen, um zu aktuellen Führungskräften stets aktuell zu sein.

Im dritten Teil unserer Serie erfahren Sie heute, wie Sie …

  1. die Produktivität Ihrer Mitarbeiter erhöhen
  2. ältere Kollegen weiterbeschäftigen

I. Erhöhen Sie die Produktivität Ihrer Mitarbeiter

  1. a) Überflüssige Prozesse streichen – Zeitdiebe eliminieren

Entlasten Sie Ihre Mitarbeiter. Es ist einfacher als Sie denken. Überprüfen Sie alle Prozesse in Ihrem Arbeitsbereich, ob diese kundenrelevant sind. Will der Kunde, dass Sie Arbeitszeit erfassen? Will der Kunde, dass Sie Reiseanträge ausfüllen?

Überflüssig sind alle Prozesse die allein der Verhaltens-Überwachung Ihrer Mitarbeiter dienen. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Handlungsspielräume und schaffen Sie lähmende Genehmigungsprozesse ab.

Aber vor allem bekämpfen Sie die Zeitdiebe in Ihrer Organisation. Womit beschäftigen sich Ihre Mitarbeiter den ganzen Arbeitstag? Führen Sie regelmäßig Arbeitszeitanalysen durch, um den strategischen Anteil der aufgebrachten Arbeitszeit zu messen.

  • Arbeiten Ihre Mitarbeiter schon wieder – oder schreiben Sie noch E-Mails?
  • Ist Powerpoint für interne Präsentationen noch erlaubt – oder konzentrieren Sie sich schon auf das Wesentliche?
  • Haben Sie eine produktive Meetingkultur – oder dauert jedes Meeting immer so lange, wie sie ihm Zeit geben?
  1. b) Konzentration auf das Wesentliche – unstrategische Prozesse outsourcen

Ein Prozess ist dann für Ihr Unternehmen strategisch, wenn er Ihnen einen Wettbewerbsvorteil auf einen der relevanten Märkte verschafft. Relevante Märkte sind:

  • Kunden-Markt
  • Lieferanten-Markt
  • Bewerber-Markt

Gerade bei zunehmendem Mangel an qualifiziertem Personal ist es entscheidend, dass sich Ihre Mitarbeiter ausschließlich um strategische Prozesse kümmern. Alle anderen Prozesse schaffen Sie entweder ab, oder falls nicht möglich, kaufen diese zu.

  1. c) Produkte prunen: Eliminieren Sie schlechte Produkte oder erhöhen Sie die Preise

Bereinigen Sie regelmäßig Ihr Produktportfolio. Schaffen Sie sich freie Kapazitäten, indem Sie auf Produkte und Dienstleistungen mit unzureichenden Deckungsbeiträgen verzichten. Geben Sie Ihren Kunden eine Chance: Bevor Sie Produkte und Dienstleistungen streichen, prüfen Sie, ob Ihr Markt höhere Preise akzeptiert.

  1. d) Automatisieren Sie sich wiederholende Prozesse konsequent

Indem Sie Ihre Standardprozesse automatisieren, erhöhen Sie die verfügbare Kapazität für strategische Aufgaben.

  1. e) Erhalten Sie die Motivation Ihrer Mitarbeiter

Motivierte Mitarbeiter sichern Ihnen eine hohe Produktivität bei niedriger Fehlerquote. Vor allem ziehen motivierte Mitarbeiter andere motivierte Menschen an. Sie machen Werbung für Ihr Unternehmen.

Ihr Job als Vorgesetzter ist es, Aufgaben mit hohem Motivationspotenzial anzubieten. Das Motivationspotenzial einer Aufgabe ist umso höher, je bedeutsamer, vielseitiger und ganzheitlicher eine Aufgabe ist, je stärker die Rückmeldung auf die erbrachte Leistung ist und je größer der vorhandene Handlungsspielraum.

Und vermeiden Sie die fünf häufigsten Demotivatoren: mangelnde Anerkennung & Wertschätzung, sinnlose Aufgaben, ungerechte Behandlung & ungerechte Kritik, Fremdbestimmung und mangelnde Unterstützung & Rückendeckung des Vorgesetzten.

  1. f) Anwesenheit erhöhen – Krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren

Schaffen Sie eine Anwesenheitskultur. In vielen Firmen ist es selbstverständlich, dass ein Teil der Belegschaft regelmäßig krankheitsbedingt fehlt. Doch je höher der Krankenstand, desto höher die Mehrbelastung für die anwesenden Kollegen.

II. Ältere Kollegen weiterbeschäftigen

Nutzen Sie die Expertise Ihrer erfahrenen Mitarbeiter, indem Sie Berater- oder Teilzeitverträge für Ihre aufgrund des Rentenalters ausscheidenden Mitarbeiter anbieten. Und gestalten Sie diese Verträge sehr flexibel, z. B. ein definiertes Stundenkontingent, statt feste Tage. Denn wer bei Ihnen im Unternehmen gut war, wird auch als Rentner einen vollen Terminkalender haben.

Viel Erfolg bei der Umsetzung.

Enrico Briegert & Thomas Hochgeschurtz

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