Fall der Woche: Tausch von Arbeitsunfähigkeit gegen Urlaub

© panthermedia.net / Bernd Leitner

Ein Mitarbeiter meldet sich montags vor Arbeitsbeginn für drei Tage arbeitsunfähig (A.U.).

Am Tag der Rückkehr (Donnerstag) fragt der Vorgesetzte, ob der Mitarbeiter für die krankheitsbedingte Fehlzeit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AUB) hat.

Der Mitarbeiter bestätigt dies und verspricht dem Vorgesetzten diese am Freitag mitzubringen.

Am Freitag erinnert der Vorgesetzte den Mitarbeiter. Der sagt, dass er die AUB Montag mitbringt.

Montag schaut der Vorgesetzte in die Daten der elektronischen Zeiterfassung und stellt fest, dass der Mitarbeiter für die drei Krankheitstage beim Zeitbeauftragten Urlaub hat eintragen lassen.

Was würden Sie tun?

Der Vorgesetzte fragte bei uns nach, was rechtlich möglich ist?

Der Mitarbeiter hat die Informationspflicht am Montag eingehalten.

Die Nachweispflicht wurde nicht verletzt, da die Arbeitsunfähigkeit nicht länger als drei Tage war.

Die nachträgliche Änderung in Urlaub ist eine Selbstbeurlaubung. Der Urlaub wird in der Regel vom Vorgesetzten gewährt. Mit der Änderung von A.U. in Urlaub hat der Mitarbeiter einen nicht gewährten Urlaub angetreten.

Im ersten Augenblick könnte man annehmen, dem Unternehmen sei kein Schaden entstanden. Im Gegenteil, der Mitarbeiter hat seinem Unternehmen was Gutes getan.

Trotzdem darf der Vorgesetzte den Fall nicht als Bagatelle behandeln, denn wenn der Mitarbeiter schon am Freitag vor der A.U. Meldung erkannt hatte, dass er am Montag keinen Urlaub gewährt bekommen würde, hat er sich über die A.U. einen Vorteil zu Lasten seiner Kollegen verschafft.

Lassen Sie es nicht zu, dass Mitarbeiter Arbeitsunfähigkeit gegen Urlaub tauschen.

Urlaub dient der Regeneration der Arbeitskraft!

Und „arbeitsunfähig“ ist „arbeitsunfähig.“

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