Die 10-Stunden-Regel

§3 Arbeitszeitgesetz (ArbZG):

“Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.”

Besonders bei Angestellten gehört der Konflikt mit der 10-Stunden-Regel zum Arbeitsalltag. Solange nichts passiert, liegt die heimliche Erwartung vieler Vorgesetzter in der regelmäßigen Verletzung von §3 ArbZG.

Getreu dem kölschen Motto “Et wird schon jut jehen.” Doch die Wahrheit drückte mein Juraprofessor aus: “Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.”

Wird Schaden verursacht, stellt sich die Frage, wer dafür aufkommt.

Dabei unterschätzen Mitarbeiter ihr persönliches Haftungsrisiko:
Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer in der Regel voll, d.h. er haftet auf Ersatz des gesamten Schadens.

© Gazmandhu - Fotolia.com

Und grobe Fahrlässigkeit ist schnell erreicht:

  • Zu schnelles Fahren (93 km/h, statt erlaubte 60 km/h)
  • Alkohol am Steuer
  • Telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage
  • Überfahren einer roten Ampel

Sind Sie in der Rolle des Mitarbeiters, so halten Sie sich an die gesetzlichen Regeln und Vorschriften. Verstöße gegen gesetzliche Regeln tun Sie nicht für Ihr Unternehmen. Erwarten Sie im Schadensfall keine Dankbarkeit.

Sind Sie in der Rolle des Vorgesetzten, so schauen Sie nicht weg, wenn regelmäßig gegen die 10-Stunden-Regel verstoßen wird.

Helfen Sie Ihren Mitarbeitern die richtige Entscheidung zu treffen: Reden Sie offen über Ihre (fairen) Erwartungen, speziell im Umgang mit so heißen Themen, wie der 10-Stunden-Regel.

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Was hätten Sie bei Alkohol am Arbeitsplatz getan?

© Richard Villalon - Fotolia.com

Brüggel war Klaus begegnet. Der roch nach Alkohol.

Mittrinken ist hier nicht die Lösung, sondern alleine konsequentes Vorgehen.

Wenn Sie einem Mitarbeiter mit Alkohol-Fahne begegnen, fordern Sie ihn zu einem Alkoholtest auf.

Sie denken das geht nicht?

Tatsächlich muss der Mitarbeiter Ihrer Aufforderung nicht nachkommen.

Dieses Verhalten darf von Ihnen jedoch als Schuldeingeständnis interpretiert werden. Die Beweislast wird gedreht und der Mitarbeiter muss nun beweisen, dass der keinen Alkohol getrunken hatte.

Weigert er sich, Ihrer Anweisung Folge zu leisten, halten Sie das schriftlich fest.

Dann sorgen Sie dafür, dass der Mitarbeiter heil nach Hause kommt.

Würden Sie Ihren Mitarbeiter trotz Alkoholverbot selbst fahren lassen, drohen Ihnen im Schadensfall strafrechtliche Konsequenzen.

War der Mitarbeiter alkoholisiert, oder hat er den Bluttest verweigert, mahnen Sie ihn ab. Im Wiederholungsfall kündigen Sie sogar.

Weist er nach, dass er Alkoholkrank ist, muss er zum Erhalt seines Arbeitsplatzes zur Therapie. Bei erfolgreicher Therapie stellen Sie Ihren Mitarbeiter wieder ein.

Klingt alles einfach, ist in der Praxis aber schwierig. Lassen Sie aber nicht von Ihrem Weg abbringen. Alkohol am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt.

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Hat Klaus eine Fahne?

© Panthermedia.net

Freitag 17:00 Uhr: Brüggel läuft ein letztes Mal durch die Fertigung – das Wochenende vor Augen. Sein Staplerfahr Klaus wünscht ihm ein schönes Wochenende.  Brüggel will sich gerade für die Wünsche bedanken, als seine Nase Alarm schlägt. Klaus hat eine Fahne – er riecht nach Alkohol. Was tun?

Brüggel erinnert sich: Wegschauen heißt zustimmen. Nur was – wenn seine Nase täuscht? Brüggel greift zum Äußersten und fragt: “Klaus hast du getrunken?”

“Ich? Wie kommst du denn da drauf?”  – erwiderte Klaus. Brüggel wird es peinlich, fast entschuldigend sagt er “Du riechst nach Alkohol.” “Ach Chef mache dir keine Sorgen, meine Frau steht auf dieses Rasierwasser.” – kontert Klaus.

Brüggel bleibt hartnäckig und fordert Klaus zum Alkoholtest auf. Klaus bleibt uneinsichtig: “Chef, ich lasse mich nicht testen. Ich bin sauber. Warum vertraust du mir nicht?”

Brüggel ist bedient: Freitag 17:00 Uhr, Sonnenschein, Wochenende nah und Klaus gibt sich uneinsichtig. Auf dem Stapler kann er Klaus schlecht lassen. Also schickt er Klaus mit dem Bus nach Hause. Klaus zeigt Verständnis. Freitag, 17:00 Uhr Sonnenschein und der Chef gibt ihm den Rest der Schicht frei…

Was hätten Sie an Brüggels Stelle getan?

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Wulffen Sie nicht, machen Sie Karriere mit Charakter

Trotz Selbständigkeit lese ich immer noch gerne Heiko Mells Karriere Kolumne in den VDI-Nachrichten. Aus Spaß habe ich am Wochenende den zugehörigen Karrieretest ausgefüllt.

Mit 142 Punkten hätte ich es in den Vorstand bringen können.

Aber Vorsicht! Ich ahnte die notwendigen Antworten.

Wer den Karrieretest unter der Prämisse “Anpassung und Selbstaufgabe” ausfüllt, erreicht mit hoher Sicherheit die maximale Punktzahl.

Aber ist Karriere und der Karriere Willen das Lebensziel?

Deutschlands einziger anerkannter Management-Guru Reinhard Sprenger fragt in seinen Vorträgen immer so schön: “Haben Sie ein zweites Leben im Rucksack?”

Schlägt unsere NTT Arbeits-These:
“Jeder Mitarbeiter ist nur so gut, wie er die Erwartungen des Vorgesetzten erfüllt”, in die gleiche Kerbe?

Wer den NTT Leitsatz richtig versteht, weiß, dass er als Mitarbeiter nicht immer alle Erwartungen erfüllen muss. Er darf halt nur kein Lob vom Vorgesetzten erwarten, falls Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Wer authentisch bleibt, macht vielleicht nicht den schnellen hierarchischen Aufstieg, aber er bleibt Überzeugungstäter und sich selbst treu.

Wulffen Sie nicht, machen Sie es wie Joachim Gauck: Karriere mit Charakter!

Ressourcen:

C. Burger: Karriere ohne Schleimspur. Linde, Wien; 1. Auflage 27. Februar 2012

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Bis zu 2% des Krankenstands sind von Unternehmen und Mitarbeiter nur bedingt beeinflussbar. Alles darüber hinaus ist von den Betriebsparteien alleine lösbar.

Doch nicht Rückenschule oder Fit-Menü sind das Fundament eines besseren Krankenstands, sondern motivierende Aufgaben mit Handlungsspielraum.

Wie das geht, zeigen wir aus eigener Erfahrung am 20.06.2012 in Offenburg:

Abwesenheitsreduktion durch Mitarbeitermotivation.

Publiziert am von Enrico Briegert | Hinterlasse einen Kommentar

Alles Bla Bla?

© Panthermedia.net

Wir waren in dieser Woche auf dem Kongress „Fabrik des Jahres“ in Dresden. Viele Vorträge waren gut. Die Redner erklärten mit einfachen und verständlichen Worten ihre Projekte. Leider nicht alle: Einige Redner versteckten ihre Nachricht hinter Floskeln. Schade!

Wie reden oder schreiben Sie? Testen Sie Ihre Texte mit dem BlaBlaMeter.

Es lohnt sich.

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Heute Ausnahme, morgen Standard.

© Jacek Chabraszewski - Fotolia.com

Neulich abends kam mein Chef mit Gattin vorbei. Nicht mit Anzug, sondern mit Fan-Schal, denn die Live-Übertragung eines Spiels unseres Lieblingsklubs war Anlass gewesen, die gesamte Abteilung einzuladen.

Die Stimmung war prächtig, nur mein achtjähriger Sohn spielte nicht mit. Er nervte, da wir mit zehn Leuten das Wohnzimmer belagerten.

Normalerweise schaute er um diese Uhrzeit seine täglichen 30 Minuten Fernsehen.

Mein Chef raunte mir zu, ich solle den Kleinen vor den Computer setzen. “Ich habe nur den Firmen-Laptop da”, musste ich eingestehen, “und da ist keine Kinder-Software drauf.”

“Nörzig, können Sie dem Kind mal was auf den Firmen-Laptop runterladen”, befahl er unserem Systemadministrator. Gesagt getan.

Unser Team siegte, die Abteilung fühlte sich als Einheit und mein Sohn beschäftigte sich den ganzen Abend selbst. Die Welt war in Ordnung.

Eine Woche später kamen zwei Arbeitskollegen zum Fußballschauen vorbei. Als mein Sohn das Wohnzimmer betrat, schüttelte er nur den Kopf, nahm den Laptop und verschwand in seinem Zimmer. Ich wusste nicht, ob ich mich freuen sollte.

Heute bekam ich die Antwort: Gegen 19 Uhr klingelte es an unserer Haustür. Meine zwei Arbeitskollegen von letzter Woche, bewaffnet mit Bier und Chips.

“Das ist aber eine Überraschung”, musste ich zugeben, da wir bei den Nachbarn zum Geburtstag eingeladen waren und ich keine Zeit hatte.

“Wieso Überraschung?”, stutzen die Kollegen. “Dein Sohn hat doch bei uns angerufen und uns in deinem Namen eingeladen!”

Ich brauchte meinen Sohn gar nicht rufen, da er im selben Augenblick aus dem Wohnzimmer kam und wortlos mit dem Laptop in sein Zimmer ging.

 

In persönlicher Mission: Happy Birthday liebe Elke!

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Wie bändigt man einen Lärmbereich?

© Panthermedia

Bei Brüggel im Bereich ist es laut. Beim Abrollen einer Folie entsteht ohrenbetäubender Lärm. Wie kann Brüggel seine Mitarbeiter vor dem Lärm schützen?

Brüggel lässt diesen Bereich einhausen. Damit die Mitarbeiter den Folienballen stündlich wechseln können, hat die Einhausung zwei Türen.

Ist das Problem jetzt gelöst?

Nein. Brüggel stellt fest, dass die Türen der Schallschutz-Kabine häufig offen stehen. Was tun?

Der Sicherheitsingenieur schlägt automatische Türschließer vor. Brüggel lässt die Türschließer montieren. Wenn die Türen automatisch schließen, sollte das Problem gelöst sein.

Hier wird der Unterschied zwischen Theorie und Praxis wieder deutlich: Der Türschließer würde schließen, wenn da nicht der Keil wäre.

Brüggel ist genervt. Aber vor allem Brüggels Chef – der kocht. Erneut wurde ihm das Protokoll der Lärmmessung um die Ohren gehauen. Der Chef fordert von Brüggel eine nachhaltige Lösung.

Brüggel weiß, der nächste Versuch muss klappen. Was tun? Wer nicht schließen will, muss fühlen. Brüggel lässt Endschalter montieren. Wenn die Türen geöffnet sind, läuft die Maschine nicht an. Basta! Endlich eine Lösung – Brüggel fragt sich, warum er nicht eher drauf gekommen ist.

Unter uns: Haben Sie schon einmal im Betrieb einen überbrückten Endschalter gesehen? Ja? Dann sind Sie in der Lernkurve schon einen Schritt weiter als Brüggel…

Warum wird Brüggel scheitern? Weil seine Mitarbeiter nicht einsichtig sind. Wie erzeugt man Einsicht? Indem man zum Äußersten greift und mit seinen Mitarbeitern redet.

Endschalter reden nicht – sie schikanieren.

Brüggel sollte erklären, warum die Schallschutzkabine für den Mitarbeiter wichtig ist. Er sollte auch erklären, dass er von seinen Mitarbeitern erwartet, dass diese die Tür schließen. Und was er tun wird, wenn der Mitarbeiter gegen seine Erwartung verstößt?

Falsches Verhalten ansprechen und bei Wiederholung sanktionieren. Wenn Brüggel konsequent ist, ist die Lösung nachhaltig.

Ressourcen:

Briegert, Enrico & Hochgeschurtz, Thomas (2011): Arbeitsunfälle vermeiden. Umsetzungshilfe Nr. 24, Juli, veröffentlicht auf www.briegert-hochgeschurtz.com

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Nur 100 E-Mails, Sie Wurst.

© Brian Jackson - Fotolia.com

“Puh, wenn ich Montag ins Büro zurückkomme, habe ich garantiert 30 bis 40 Mails zu bearbeiten”, stöhnt die neue Mitarbeiterin Frau Jäckler in der Seminar-Pause und nippt bedeutungsvoll an ihrem Kaffee.

Nörzig schaut flüchtig von seinem Handy hoch: “Montag, das dürften bei mir über 100 Mails sein.”

Brüggel hebt nicht einmal den Blick von seinem Blackberry. “Nur 100 Mails? Die habe ich schon während des Seminars bearbeitet. Ich bekomme täglich über 200!”

Was mich in solchen Situationen  wirklich nervös macht: Da schwingt Stolz in der Stimme mit.

Wenn Sie es ernst meinen, mit weniger Mails, fangen Sie heute mit einfachen Maßnahmen an:

  1. Automatische Benachrichtigung bei Mail-Eingang deaktivieren
  2. Niemals mit Empfangsbestätigungen arbeiten (oder schicken Sie Ihre Briefpost immer per Einschreiben mit Rückschein?)
  3. E-Mail Bearbeitung maximal zweimal täglich im Block
  4. Akzeptieren Sie keine Absicherungs-Mails

Durch die oben genannten Maßnahmen entlasten Sie Ihr Postfach und verringern die Antwort-Geschwindigkeit. Wenn Ihre Kollegen merken, dass Sie persönlich einfacher zu erreichen sind, als per Mail, haben Sie es geschafft.

Aber Vorsicht.

Führen Sie diese Maßnahmen nur durch, wenn Sie auf die Anzahl Ihrer Mails nicht stolz sind!

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Beeinflussen Chefs wirklich den Krankenstand?

© Panthermedia.net

Wenn Sie schon einige Jahre im Geschäft sind, haben Sie vermutlich schon viele Chefs kennengelernt. Und hatten Sie bei jedem Chef den gleichen Spaß an der Arbeit? Welchen Einfluss hat Ihre Antwort auf die Bettkantenentscheidung: „Ich gehe trotz Kratzen im Hals zur Arbeit!“ oder „Bei Kratzen im Hals bin ich arbeitsunfähig!“

Wenn man sich den Chef schon nicht aussuchen kann – bietet der gelbe Zettel wenigstens einige Tage Ruhe vor dem Chef.

Mehr zur Bettkantenentscheidung auf: www.briegert-hochgeschurtz.com

Ressourcen:

Briegert, Enrico & Hochgeschurtz, Thomas (2011): Führung. Ikotes Verlag Bühl.

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