Erfolgreiche Krisenkommunikation


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Frank Täubel

Industrie 4.0. Handelskrieg. Diesel-Krise. Bankencrash. Die Gerüchteküche brodelt in vielen Branchen. Die Anzahl der Gespräche und Meetings hinter verschlossenen Türen nimmt zu. Die Vorgesetzten sind plötzlich nicht mehr erreichbar. Dabei ist gerade jetzt der Kommunikationsbedarf besonders hoch. Fehlende direkte Kommunikation der Vorgesetzten wird dann durch Rauchraumgespräche und Flurfunkt ersetzt. Vermeiden Sie als Führungskraft die typischen Fehler in Krisenzeiten:

Seien Sie vor Ort

Erhöhen Sie Ihre Erreichbarkeit und verstecken Sie sich nicht in Ihrem Büro. Geben Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeiten die aktuelle Situation mit Ihnen zu besprechen. Offene-Tür-Kultur ist in Krisenzeiten besonders wichtig, aber auch hohe Präsenz an den öffentlichen Plätzen (Kantine, Pausenräume, Eingangsbereich).

Persönliche Gespräche schlagen E-Mail und Aushänge

Persönliche Kommunikation ist gerade in Krisenzeiten E-Mail-Kommunikation deutlich überlegen, da Sie die Reaktion auf Gesagtes direkt erhalten. Augenkontakt ist wichtig. Ihr Mitarbeiter bemerkt wie schlecht die Lage ist, wenn Sie auf seine Schuhe schauen und nicht in seine Augen!

Seien Sie ehrlich, transparent und vorhersagbar

Erklären Sie Ihren Mitarbeitern die Situation transparent und nachvollziehbar. Erläutern Sie warum Veränderungen erforderlich sind. Jede schlechte Erklärung ist besser als keine Erklärung. Indem Sie rechtzeitig die Notwendigkeit unangenehmer Entscheidungen ankündigen, vermeiden Sie permanente Angstzustände innerhalb Ihrer Belegschaft. Ihre Mitarbeiter lernen, dass sie nicht ohne Vorwarnung mit unangenehmen Entscheidungen rechnen müssen. Die Alternative hierzu ist permanente Angst.

Natürlich hoffen Ihre Mitarbeiter auf positive Nachrichten. Bleiben Sie jedoch ehrlich. Setzen Sie Ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel, indem Sie unangemessenen Optimismus verbreiten. Bereiten Sie Ihre Mitarbeiter darauf vor, dass sich Ihr Arbeitsumfeld ändern wird und die Rückkehr zum früheren Status sehr unwahrscheinlich ist.

Seien Sie fair

Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter auch in schwierigen Situationen mit Respekt. Im Kündigungsfall wird die Loyalität und Produktivität der im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter durch Ihr Verhalten den ausscheiden Mitarbeitern gegenüber beeinflusst.

Warten Sie mit der Kündigung nicht bis zur letzten Minute

Wenn Kündigungen erforderlich sind, warten Sie nicht bis zur letzten Minute. Wenn Ihre Mitarbeiter feststellen, dass ihnen für Ihre Lebensplanung wichtige und hilfreiche Informationen vorenthalten wurden, entsteht eine Spirale des Misstrauens, die sehr destruktiv und noch über Jahre Spuren hinterlassen kann.

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