Passieren Unfälle?

  • Was ist die Hauptursache für Verkehrsunfälle?
  • Persönliche Fehler oder technisches Versagen?

Eine im Internet veröffentlichte Auswertung der Verkehrsunfälle in der Schweiz weist fehlerhaftes Verhalten des Fahrzeugführers als Hauptursache aus. Die häufigsten 3 Ursachen waren demnach:

  1. Missachtung der Vorfahrtregelung (24%)
  2. Nichteinhaltung des Mindestabstandes (18%)
  3. Unangepasste Geschwindigkeit (16%)

Fazit 1: Unfälle passieren nicht. Unfälle werden verursacht!

  • Welche Maßnahmen würden Sie umsetzen, um die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren?

Sehr häufig werden technische Maßnahmen als Antwort auf diese Frage vorgeschlagen. Doch sind technische Maßnahmen eine sinnvolle Antwort auf persönliches Fehlverhalten?

Einige Studien geben gar Hinweise, dass das scheinbar sichere Auto zu noch riskanterem Fahrverhalten führt. Man fühlt sich schließlich unverletzlich.

  • Wie gehen Sie im betrieblichen Alltag mit Arbeitsunfällen um?

Lassen es Ihre Produktionsprozesse überhaupt zu, dass jede Gefährdung durch technische Maßnahmen ausgeschlossen werden kann? In der Regel ist eine technische Absicherung sämtlicher Gefährdungspotentiale überhaupt nicht machbar, geschweige denn finanzierbar. Sie sind also darauf angewiesen, dass Ihre Mitarbeiter die Sicherheitsregeln einhalten, d.h. die Vorfahrtregeln eben nicht missachten.

Fazit 2: Vermeiden Sie möglichst technische Maßnahmen bei persönlichen Fehlverhalten.

Sondern sprechen Sie das Fehlverhalten an und erklären Sie Ihre Erwartungen bezüglich der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften.

Die Berliner Polizei hat ein Teil der Fahrzeugflotte mit einer sogenannten „black box“ ausgerüstet. Diese „black box“ funktioniert – in Analogie zum Flugzeug – als Datenschreiber. Nach einem Unfall kann damit sofort der Betriebszustand unmittelbar vor dem Unfall ausgelesen werden (Beispiele: Geschwindigkeit, Licht, Benutzung Blaulicht, Rotation des Fahrzeuges). Der Unfallhergang lässt sich damit also eindeutig rekonstruieren. Das Ergebnis ist faszinierend. Die Unfallrate ist deutlich nach unten gegangen. Da die „black box“ fehlerhaftes Fahrverhalten der Polizisten dokumentiert, ist die Bereitschaft zur Einhaltung der Vorschriften gestiegen. Verstehen Sie aber bitte dieses Beispiel nicht als Appell zur vollständigen Überwachung Ihrer Mitarbeiter. Aber die „black box“ zeigt jedoch, dass ein verändertes Fahrverhalten die Unfallhäufigkeit reduziert.

Ressourcen:

PS: In Deutschland passieren Unfälle vielleicht doch. Laut statistischem Bundesamt ist Glätte durch Regen die Hauptursache für Verkehrsunfälle mit Personenschaden (Link zur Studie). Ob eine „black box“ auch bei Glätte durch Regen helfen würde?

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