Tot und erfolgreich?

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Sicherheit an erster Stelle – so lautet das offizielle Motto in der Chemiefabrik schon seit Jahrzehnten. Nur die Anzahl an Arbeitsunfälle lässt sich durch diesen plakativen Spruch nicht einschüchtern. Warum wird den Mitarbeitern die Bedeutung der 0-Unfälle-Strategie denn nicht bewusst? Wie kann das Verhalten der Mitarbeiter beeinflusst werden?

Man bekommt was man misst. Also ist es doch einfach, denkt sich der neue Sicherheitschef. Die Anzahl der Arbeitsunfälle wird variabler Entgeltbestandteil sämtlicher Mitarbeiter in der Fabrik.

Was meinen Sie? Taugt die ausgeschriebene Prämie, damit die Mitarbeiter Sicherheit in den Mittelpunkt ihrer Handlungen stellen?

Der amerikanische Psychologe Ogden Lindsley führte 1965 den „Dead Man Test“ für die Bewertung von Zielen ein. Demnach taugt eine Zielsetzung auf die Anzahl an verursachten Arbeitsunfällen nur, wenn nicht selbst ein Toter dieses Ziel erreichen würde. Das Ziel Arbeitsunfälle fällt beim „Dead Man Test“ durch, denn durch nicht melden von verursachten Klein-Unfällen wird das Ziel erreicht. Verändert hat sich dann nicht das Sicherheitsverhalten sondern nur das Meldeverhalten. Der Sicherheitschef bekommt was er misst – aber nicht was er wollte.

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