Chaos im Unternehmen

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Drei Telefone klingeln gleichzeitig! Der Pförtner ist alleine und hat die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Der Rohstoff-LKW vor der Schranke hupt bereits das zweite Mal.

„Nein, Herr Nörzig. Es tut mir leid, ist noch nicht da!“ vertröstet der bemitleidenswerte Pförtner den internen Anrufer und legt auf.

Man sieht es förmlich in ihm arbeiten:

– die Leiharbeitnehmer vor der Pforte unterweisen?
– den Rohstoff-LKW an der Schranke abfertigen?
– den Kunden in der Pforte an seinen Gesprächspartner vermitteln?
– die internen Anrufe bearbeiten?

Er entscheidet sich für die Anrufer. „Nein, Herr Brüggel, ich kann auch nichts dafür. Ich werde den Verantwortlichen aber zur Rechenschaft ziehen.“

Der Kunde hat Verständnis für die Not des Pförtners und bietet ihm an, erst die für die Produktion wichtigen Dinge zu tun, also den LKW und die Leiharbeiter zu versorgen.

Der Pförtner bedankt sich höflich für das Verständnis und Entgegenkommen.

Als endlich Ruhe eingekehrt ist und der Pförtner sich um die Besucherformalitäten des Kunden kümmert, fragt dieser freundlich: „Ist bei Ihnen immer so viel los?“

„Nein“, schüttelt der Pförtner heftig den Kopf, nur wenn der Zeitungslieferant morgens die Zeitung nicht rechtzeitig bringt. Dann ruft hier jeder Zeitungsempfänger an und fragt nach seiner Zeitung!“

Plötzlich sieht der Pförtner den Zeitungsboten vorfahren. „Warten Sie einen Augenblick – den mache ich erst einmal rund!“ wendet sich der Pförtner ab und rennt aus der Pforte zum Zeitungsboten.

Der Kunde schaut sich in der verlassenen Pforte um. Dann zerreißt er seinen halb ausgefüllten Besucherausweis und geht, ohne mit seinem potenziellen Lieferanten zu sprechen.

Warum?

PS: Die Geschichte ist nicht erfunden – sondern live erlebt.

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