Die Generation von heute: faul und gefräßig

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Beim Unternehmertreffen wird über die Jugend von heute geurteilt.

„Faul und gefräßig!“ ist schnell das einhellige Urteil gefällt.

„Die hängen den ganzen Tag nur vorm Computer, werden zu unsozialen Einzelgängern, die gesellschaftsuntauglich sind und meiden jede Art von körperlicher Arbeit.“

Nach der Veranstaltung bin ich zur Überprüfung der These in das Zimmer meines Sohns gegangen und habe ihm beim „Zocken“ am Computer zugeschaut.

„League of Legends“ heißt das Spiel. Fünf gegen fünf (wie früher auf dem Fußballplatz!). Da die Teammitglieder teilweise aus dem Ausland kommen chattet mein Sohn nur auf Englisch (anders, als auf dem Fußballplatz).

Wenn sechs, sieben oder acht Freunde online sind, werden über Skype Absprachen getroffen, wer, wann mit wem zusammenspielt (wie früher!).

Das Spiel geht los, Rollen und Aufgaben müssen verteilt werden, sonst hat das Team keine Chance (wie früher!).

Es werden Strategie und Taktik abgestimmt (ist uns früher beim Fußball nicht gelungen).

Alle Streitereien werden ohne Gewalt gelöst (früher undenkbar).

Fazit: Es gibt zahlreiche online-Spiele, die die Jugend genauso sozial, team- und gesellschaftsfähig machen – nur auf einem neuen Weg, den wir Ältere nicht verstehen (wollen).

Bleibt das Problem der Faulheit!

Ich kann den Graben für meine Gartendränage mit der Hand ausheben oder mit einem Bagger. Was macht heute mehr Sinn?

Gehen Sie davon aus, dass die einfachen Arbeitsplätze mangels Wettbewerbsfähigkeit immer weniger werden. Unternehmen müssen konsequent automatisieren. Wer seine Mitarbeiter durch Arbeitsverdichtung zu mehr vom Gleichen zwing, treibt diese eventuell in Richtung Burn-out.

Wissensarbeit, statt Handarbeit ist die Zukunft.

Freuen wir uns auf eine Generation, die faul und gefräßig ist!

Dieser Beitrag wurde publiziert in Alle.

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