Machen Sie BEM, es ist doch nicht so schwer!

Regelmäßig lesen Arbeitgeber mit Erschrecken, dass krankheitsbedingte Kündigungen trotz gigantischer Fehlzeiten des Arbeitnehmers scheitern.

So auch im LAG Urteil vom 3.6.2013 (21 Sa 1456/12) in der die Kündigung eines Mitarbeiters mit Fehlzeiten zwischen 62 und 120 Tagen scheiterte. In den Fall hatten arbeits-medizinische durchgeführte Untersuchungen ein Zusammenhang zwischen dem Arbeitsplatz und den Fehlzeiten nicht festgestellt.

Also „sparte“ sich der Arbeitgeber das Betriebliche Eingliederungsmanagment (BEM), denn wenn es zwischen Erkrankung und Arbeitsplatz keinen Zusammenhang gibt, glaubte man keine „leidengerechte Weiterbeschäftigung“ prüfen zu müssen.

Urteilsbegründung: „Die Kündigung sei jedoch auf der dritten Prüfungsstufe (Interessenausgleich) als unverhältnismäßig zu qualifizieren, da das Unternehmen nicht alle anderen geeigneten milderen Mittel zur Vermeidung künftiger Störungen des Vertragsverhältnisses ausgeschöpft habe. Hierzu gehöre auch die fehlende Möglichkeit einer leidensgerechten Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen.“

Hätte sich der Arbeitgeber an die Gesetze gehalten und nach §84 SGB IX ein ordnungsgemäßes BEM durchgeführt, wäre er wahrscheinlich nicht gescheitert.

BEM ist heute Kündigungsvoraussetzung bei krankheitsbedingten Kündigungen. Machen Sie BEM, es ist doch nicht so schwer!

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