Entfristen, oder besser nicht?

© panthermedia.net / Heinz Meis

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Haben Sie Ihren Mitarbeiter ohne Sachgrund befristet? Dann müssen Sie spätestens nach zwei Jahren Farbe bekennen. Vertrag: ja oder nein! (Gemäß §14 Abs.2 TzBfG ist eine Befristung ohne Sachgrund nur für längstens 2 Jahre möglich.)

Wie entscheiden Sie im Zweifel?

Kam der Mitarbeiter anfangs noch oft zu spät zum Telefondienst, hat er sich inzwischen deutlich gesteigert. Ok, 100% pünktlich ist er immer noch nicht. Aber jeder kann ja mal verschlafen. Oder? Vor allem ist der Mitarbeiter nach zwei Jahren endlich eingearbeitet. Jetzt wieder alles auf Anfang?

Wie hängen Einstellung und Entlassung zusammen?

Der Arbeitgeber entscheidet wen er einstellt. Genauso entscheidet er, wem er einen unbefristeten Vertrag anbietet. Hat der Arbeitgeber bei der Einstellung noch weitestgehend freie Hand, ist die Beendigung des Arbeits-Verhältnisses rechtlich reglementiert. Je nach Sachverhalt muss vorher ein Sozialplan erstellt, das Verhalten des Mitarbeiters abgemahnt oder durch Gestaltung des Arbeitsplatzes die verminderte Leistungs-Fähigkeit gepuffert werden.

Ihre Entscheidung nimmt Ihnen keiner ab. Bedenken Sie aber, je konsequenter Sie bei der Einstellung und Übernahme arbeiten, desto weniger Stress haben Sie später. Oder würden Sei trotz Bauchgrummeln auf dem Standesamt: Ja sagen? Die Hoffnung: „Es wird schon gut gehen.“, wird regelmäßig zur aufgeschobenen Enttäuschung.

Wann teile ich dem Mitarbeiter mit, dass er nicht übernommen wird?

Wie früh hätten Sie denn gerne diese Info? Klar, so früh wie möglich. Also sagen Sie es Ihrem Mitarbeiter so früh wie möglich. Dazu gehört auch, dass Sie sich nicht erst 14 Tage vor Ablauf des Vertrages entscheiden. Die Eignung können Sie auch drei Monate früher einschätzen.

Übrigens müssen sich die Mitarbeiter bereits drei Monate vor Befristungsende bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitsuchend melden.

Was, wenn Sie „nur“ einen befristeten Arbeitsvertrag haben?

Akzeptieren Sie, dass Ihr Arbeitsverhältnis zum vereinbarten Termin endet. Egal was man Ihnen verspricht. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie länger binden will, kann er Ihnen sofort einen unbefristeten Vertrag vorlegen. Das Vertrauen auf eine spätere Übernahme oder Verlängerung ist fahrlässig. Beobachten Sie den Arbeitsmarkt weiter und vor allem bewerben Sie sich weiter. Es ist Ihre Zukunft!

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