Wann ist es ein Unfall?

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Die gesetzliche Unfallversicherung definiert als Unfall: „Ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.“

Beispiel: Ein Bademeister hebt einen 75kg schweren Patienten aus dem Rollstuhl. Plötzlich spürt er einen stechenden Schmerz in seiner rechten Schulter und es habe ein „knallendes Geräusch“ gegeben. Nur handelt es sich hier um einen Arbeitsunfall?

Das Sozialgericht Karlsruhe verneinte dies im April 2011.

Die Begründung: Grundsätzlich können auch körpereigene Bewegungen wie zum Beispiel Heben, Laufen oder Tragen ein „von außen“ auf den Körper einwirkendes Ereignis  und damit ein Arbeitsunfall sein. Nur hier fehlte es an der Kausalität zwischen dem angeschuldigten Geschehen und den von den behandelnden Ärzten diagnostizierten Gesundheitsstörungen an der rechten Schulter. Ferner führte das Gericht an, dass es sich hier um eine vollkommen kontrollierte Hebesituation handelte. Eine Ablenkung oder sonstige überraschende Momente seien – abgesehen von der Verletzung der Bizepssehne – nicht aufgetreten. Der Riss der langen Bizepssehne sei nicht wesentlich durch den Hebevorgang bedingt, sondern Folge anlage- und altersbedingter Abnutzungserscheinungen. Damit handelt es sich hier um ein unfallversicherungsrechtlich bedeutungslosen Anlassgeschehen, aber nicht um einen Arbeitsunfall.

Weitere Umsetzungshilfen um Unfälle zu vermeiden:

UH24: Arbeitsunfälle vermeiden www.umsetzungshilfe.de/24
UH59: Kurzschulung Unfälle vermeiden. www.umsetzunghilfe.de/59

Ressourcen:
Urteil vom 21.04.2011 – S 1 U 3415/10, Sozialgericht Karlsruhe: http://www.sozialgericht-karlsruhe.de/pb/,Lde/1210912/?LISTPAGE=1210872

 

 

 

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