Home-Office funktioniert – ich hätte es nie gedacht

(C) 2013 PantherMedia

Das hören wir aktuell von vielen Führungskräften. “Und die Krönung: die Mitarbeiter sind produktiver als vorher.”

Auch das hören wir von vielen Führungskräften. Tatsächlich schaffen die Mitarbeiter das gewünschte Arbeitspensum.

Natürlich hören wir auch: “Bekomme ich von der Firma jetzt meine Telefonrechnung bezahlt, da ich ja mit meinem privaten Anschluss dienstlich telefoniere?” Aber das ist eine kleine Minderheit.

Vielleicht machen viele Mitarbeiter auch mehr als vorher, weil sie befürchten, dass der Chef glaubt, man arbeitet nichts, wenn man nicht in der Firma ist. Viele Mitarbeiter glauben jetzt ständig erreichbar sein zu müssen.

Denken Sie daran, dass Ihre Mitarbeiter, wie Sie, sich in einer neuen Situation vorfinden, beruflich, wie privat, die viel Unsicherheit mit sich bringt. Bauen Sie diese Unsicherheit ab, indem Sie Ihre Erwartungen zu Arbeitszeit und Arbeitsdauer im Homeoffice mit Ihren Mitarbeitern besprechen.

Und nur weil Sie Ihre Mitarbeiter physisch nicht sehen, heißt das nicht, dass diese keine Wertschätzung brauchen.

Gerade jetzt ist es wichtig regelmäßig Kontakt mit dem Mitarbeiter zu haben und zu klären, wie er sich fühlt und ob er etwas benötigt.

Home-Office wird durch Corona zum Standard. Nutzen Sie die kommenden Wochen um sich auf diese neue Art der Arbeit einzustellen.

Viel Erfolg!

Und lesen Sie die aktuelle Umsetzungshilfe: Umsetzungshilfe Nr. 85: Wie führen Sie Ihre Mitarbeiter im Home-Office?

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Wie führen Sie Ihre Mitarbeiter im Home-Office? – Neue Umsetzungshilfe

© PantherMedia / SarkisSeysian

Durch die Covid19-Krise wurde Home-Office zum viralen Hit. Häufig wurden Mitarbeiter per Unternehmensentscheidung ins Home-Office versetzt. War Home-Office vor Covid19 für viele Unternehmen ein Tabu, wurde die Akzeptanz plötzlich vorausgesetzt.

Worauf kommt es für Sie als Vorgesetzter an, wenn Ihre Mitarbeiter im Home-Office arbeiten? Wie führt man seine Mitarbeiter auf Distanz? Ihre Umsetzungshilfe Nr. 85: Wie führen Sie Ihre Mitarbeiter im Home-Office? hilft Führungskräften ihre Führung an die neue Herausforderung anzupassen. Zur Ihrer Umsetzungshilfe: www.umsetzungshilfe.de/85

Wie sind Ihre Erfahrungen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare?
Bleiben Sie gesund!
Ihre Umsetzungshelfer: Enrico Briegert & Thomas Hochgeschurtz

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Noch 24 Tage! Und dann?

(C) 2020 Briegert+Hochgeschurtz

Noch sitzen viele in der Komfortzone und denken sich “alles halb so wild”, in 24 Tagen (am 20. April) geht es normal weiter.

Doch die Anzahl der Betroffenen steigt von Tag zu Tag. Und ich meine nicht die Corona-Infizierten, sondern die, die langfristig durch die aktuellen Einschränkungen Nachteile haben.

Züge und Restaurants sind menschenleer, Tankstellen haben wenig zu tun, Milchpreise fallen wegen der reduzierten Abnahme der Restaurants. Unzählige Branchen und Arbeitsplätze wissen nicht, wie es weitergeht.

Ein Lösungsrezept für alle gibt es nicht, aber es gibt bewährte Methoden, eine befristete Krise zu überbrücken und langfristigen Nutzen aus dieser einzigartigen Situation zu ziehen.

Daher unterbrechen wir die aktuell laufende Blog-Reihe “Sieben Todsünden im Fehlzeitengespräch” und wenden uns die nächsten Wochen aktuellen Themen zu:

  1. Homeoffice
  2. Kurzarbeit
  3. Geschäftsmodell hinterfragen – Neuaufstellung

Und wenn Sie Fragen rund um das Thema “Führung in schwierigen Zeiten” haben, schreiben Sie uns.

Wir von Briegert + Hochgeschurtz haben unsere erste Konsequenz gezogen und bieten unser bewährtes Fehlzeitenseminar im April und Mai als interaktives Webinar an:

Do. 16.04.2020: Webinar: “Fehlzeiten reduzieren, Mitarbeiter motivieren”

Mi. 13.05.2020: Webinar: “Fehlzeiten reduzieren, Mitarbeiter motivieren”

Bleiben Sie gesund!

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7 Todsünden im Fehlzeitengespräch (Teil 1/7)

(C) 2020 Briegert + Hochgeschurtz

50% unserer Projekte zum Reduzieren von Fehlzeiten führen zum Erfolg, 50% scheitern. Jetzt könnten Sie behaupten, dass es reiner Zufall ist, ob wir Erfolg haben,
oder nicht.

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den erfolgreichen Unternehmen und den anderen.

Die erfolgreichen Unternehmen führen Fehlzeitengespräche entsprechend der UH38. Die Unternehmen, die nicht weiterkommen, führen entweder überhaupt keine Gespräche, oder begehen im Gespräch die eine oder andere Todsünde, bei Fehlzeitengesprächen.

Die kommende UH85 lüftet das Geheimnis um die sieben Todsünden bei Fehlzeitengesprächen. Die nächsten Wochen gehen wir hier im Umsetzungsblog durch die sieben Todsünden.

  1. Unterstellen Sie niemals „blaumachen“

Folgende Annahme: ein Vorgesetzter hat einen Mitarbeiter mit vielen krankheitsbedingten Fehlzeiten und führt mit diesem ein Fehlzeitengespräch. Der Vorgesetzte ist tief davon überzeugt, dass der Mitarbeiter ein „Blaumacher“ ist. Würde der Mitarbeiter im Laufe des Gesprächs merken, dass der Vorgesetzte ihn für einen „Blaumacher“ hält?

Natürlich würde der Vorgesetzte sich entlarven und dem Mitarbeiter „blaumachen“ unterstellen. Folgende Sätze des Vorgesetzten sind dafür typisch:

„Na, bist Du auch mal wieder da.“

„Was hast Du denn schon wieder schlimmes gehabt?“

„Du hast viel zu viele Fehlzeiten, die kann ich nicht akzeptieren.“

Alle Sätze unterstellen, dass der Mitarbeiter nicht arbeitsunfähig war. Wie wird sich der Krankenstand des Mitarbeiters nach einer solchen Gesprächsführung entwickeln?

Stellen Sie sich vor, der Mitarbeiter senkt nach einem solchen Gespräch den Krankenstand? Was würde er damit beweisen? Dass er ein „Blaumacher“ ist! Wenn dem Mitarbeiter „Blaumachen“ direkt oder indirekt unterstellt wird, darf er seinen Krankenstand nicht mehr senken.

Grundsatz 1: Unterstellen Sie den Mitarbeitern niemals in irgendeiner Art und Weise „blaumachen“. Ab dem Augenblick darf er den Krankenstand nicht mehr senken.

Wie man Fehlzeitengespräche optimal führt, lernen Sie am 08.05.2020 bei unserem Seminar “Gespräche nach Arbeitsunfähigkeit erfolgreich führen” in Stuttgart.

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Serie: 7 Todsünden beim Fehlzeitengespräch

Liebe Blogleser,

morgen startet unsere neue siebenteilige Serie “Die sieben Todsünden beim Fehlzeitengespräch.”

Jeden Mittwoch besprechen wir eine Todsünde, die dazu führt, dass Fehlzeitengespräche nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Seien Sie ab morgen dabei, oder abonnieren Sie unsere Umsetzungshilfen.

Dann erhalten Sie kompakt alle Todsünden im Fehlzeitengespräch und alle kommenden Umsetzungshilfen.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Likes

Enrico Briegert + Thomas Hochgeschurtz

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tesla lernt Deutschland kennen – Baustopp

(C) Bildagentur Panthermedia / sframe

Für die einen ist es nur eine Randnotiz, für andere ein Zeichen:

Das Oberverwaltungs-gericht Berlin-Brandenburg hat einem Eilantrag der Grünen Liga zugestimmt

Die Rodung der Kiefern auf dem neuen tesla Werkgelände in Grünheide ist aktuell gestoppt.

In Shanghai konnte Elon Musk seine Gigafactory nach zehn Monaten eröffnen.

Nun wird sich zeigen, ob es in Deutschland überhaupt noch möglich ist, ein Großprojekt so durchzuführen, dass andere Investoren Interesse am Standort Deutschland haben.

Wie sieht es um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands aus?

Und was tun Sie für Ihre Zukunftsfähigkeit?

Wie wir eine Fabrik mit 600 Mitarbeitern mit drei Betriebsvereinbarungen gesteuert haben und dabei null Unfälle und 2%-Krankenstand erreicht haben zeigen wir die kommenden Monate zweimal:

09.03.-10.03.20 in Freiburg: Nicht-Technisches-Training NTT
13.05.-14.05.20 in Stuttgart: Nicht-Technisches-Training NTT

Wir zeigen was wirklich motiviert. Weg von Bürokratie und Monotonie, hin zu Vertrauen und Vielfalt. Geben Sie Ihrem Unternehmen eine zukunftsfähige Richtung.

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Können Sie lesen?

Der Umgang mit Attesten spielt in der betrieblichen Praxis eine immer größere Rolle, da die Abschläge bei vorgezogenem Renteneintritt zu verlängerten Lebensarbeitszeiten führen.

Dadurch arbeiten die Menschen so lange, wie es irgendwie geht. Somit erhöht sich die Anzahl der Mitarbeiter, die ein ärtzliches Attest vorlegen, welches bestimmte Tätigkeiten für den Mitarbeiter einschränkt.

Typische Atteste sind:

  • „Mitarbeiter darf keine 10kg heben.“
  • „Mitarbeiter darf nicht in Nachtschicht arbeiten.“

Untypische Atteste aus unserer täglichen Praxis sind:

  • „Mitarbeiter darf nicht nach 16 Uhr arbeiten.“
  • „Mitarbeiter darf nicht in Kornwestheim arbeiten.“

Wie sollte die Führungskraft, die ein solches Attest von seinem Mitarbeiter vorgelegt bekommt, reagieren?

Unser Praxistipp:

  1. Attest lesen
  2. Nur Zwangsatteste bearbeiten
  3. Fragen Sie den Mitarbeiter, welche Stelle er in Ihrer Abteilung mit seiner Einschränkung sieht.
  4. Fragen Sie den Mitarbeiter, wo er eine freie Stelle sieht.
  5. Machen Sie ein Turbo-BEM

1. Attest lesen / 2. Nur Zwangsatteste bearbeiten

Klingt einfach, wird in der Praxis aber oft übersehen. Viele Atteste lauten:
„Es wird empfohlen, den Mitarbeiter nur in Früh- und Spätschicht einzusetzen.“
„Der Mitarbeiter sollte keine Tätigkeiten unter Zeitdruck ausführen.“

Empfehlungen oder Wünschen sollten Sie in der Regel nicht folgen, da es in solchen Fällen schnell zu Trittbrettfahrern kommt. Fordern Sie ein Attest, wo festgelegt ist, was genau der Mitarbeiter nicht mehr darf.

In einem Praxisfall wollte ein Mitarbeiter seine Versetzung von Stuttgart nach Kornwestheim mit einem Attest verhindern. Dieses lautete: „Der Mitarbeiter darf Betriebsfahrten von länger 30 Minuten nicht durchführen.“

Daraufhin verzichtete das Unternehmen auf die Versetzung. Hätte man das Attest korrekt gelesen, hätte man erkannt, dass der Mitarbeiter keine Betriebsfahrten durchführt, sondern seine Arbeit in Kornwestheim aufnimmt.

3. Fragen Sie den Mitarbeiter, welche Stelle er in Ihrer Abteilung mit seiner Einschränkung sieht.

Sobald ein Mitarbeiter mit einem Attest kommt, sehen wir in der Praxis Schweißperlen auf der Stirn des Vorgesetzten.

Das ist erstaunlich, denn eigentlich hat der Mitarbeiter mit seinem Attest soeben erklärt, dass er seinen Arbeitsvertrag nicht mehr erfüllen kann.

Wo sollten nach einer solchen Aussage die Schweißperlen sein? Richtig, auf der Stirn des Mitarbeiters. Und wie bekommen Sie die Schweißperlen dahin?

Fragen Sie den Mitarbeiter: „Welche Stelle siehst Du mit deiner Einschränkung in unserer Abteilung?“

Und dann fordern Sie bitte eine Antwort ein. Akzeptieren Sie nur Antworten von Stellen, die existieren, denn neue Stellen müssen Sie nicht schaffen. Wenn er keine nennen kann, sehen Sie, wie langsam die Schweißperlen auf der Stirn des Mitarbeiters entstehen.

3. Fragen Sie den Mitarbeiter, wo er eine freie Stelle sieht.

Wenn der Mitarbeiter unter 2. eine Stelle benennen kann, fragen Sie ihn, wo er für diese Stelle eine freie Stelle sieht. Spätestens jetzt sind die Schweißperlen beim Mitarbeiter.

Mit dieser neuen Ausgangsbasis wird Ihnen in Zukunft die Diskussion leichter fallen.

Ist das nun Problem gelöst?

Vielleicht nicht, aber Mitarbeiter die ein Attest bringen, müssen verstehen, dass sie ein Problem haben. In der Praxis machen die Unternehmen das Attest zu ihrem Problem.

4. Machen Sie ein Turbo-BEM

Wenn der Mitarbeiter nicht mehr einsetzbar ist, sollten Sie ihn nicht mehr einsetzen! Führen Sie so schnell wie möglich ein BEM (Turbo-BEM) durch. Ist der Mitarbeiter nicht mehr einsetzbar, treffen Sie eine Entscheidung.

Viel Erfolg bei der Umsetzung.

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Fehlzeiten 2019 ausgewertet? Und überrascht?

© panthermedia.net Scott Griessel

Bei der Auswertung der Fehlzeiten 2019 wurden wir wieder einmal überrascht: Je älter desto gesünder.

Sie denken gerade – Moment, dass muss doch anders herum sein!

Sie haben richtig gelesen: die Auszubildenden hatten mal wieder den höchsten Krankenstand. Aber warum?

Party, Alkohol, Fußball?

Nein – anerzogenes Verhalten.

Neulich in der Schule: Ich stand im Flur und wartete auf meinen Sohn, als eine Mutter die Klassenlehrerin fragte: “Können Sie meinen Sohn für den 75. Geburtstag der Oma in Hamburg für zwei Tage freistellen?”

Die Lehrerin schaute verständnislos und antwortete im Beisein des Kindes: “Freistellen ist schwierig, wegen des schlechten Vorbilds für andere, aber melden Sie das Kind doch einfach krank.”

Was lernen unsere Kinder in der Schule: “was fürs Leben.”

Wie man den Krankenstand der Auszubildenden senkt?

Sie greifen zum Äußersten und reden mit Ihren Auszubildenden.

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Aktuelle Rechtssprechung zur Internet-AU und Dauer der Entgeltfortzahlung

LG Hamburg: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per WhatsApp rechtwidrig
Auf AU-Schein.de kann sich der Mitarbeiter aufgrund einer Fernanalyse eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Internet bestellen (Siehe Umsetzungsblog vom 22.1.19). Dies ist aber laut Entscheidung des Landgerichtes Hamburg vom 3.9.2019 unzulässig. Gemäß §25 der Hamburger Berufsordnung für Ärzte verlangt die ärztliche Sorgfaltspflicht eine zuverlässige Feststellung zur Person und zum Krankheitsbild erforderlich. Eine Ferndiagnose per Whatsapp entspricht nicht der ärztlichen Sorgfalt. Aufgrund der Angaben des Patienten ist kein verlässliches Bild der Person und des Krankheitsbildes möglich.
LG Hamburg, Urteil vom 3.9.2019 – 406HK O 56/19

BAG: Erneuter Entgeltfortzahlungsanspruch bei durchgehender Arbeitsunfähigkeit nur bei nachgewiesener Feststellung des Endes der ersten Erkrankung
Eine Mitarbeiterin war bereits vier Monate in Folge wegen einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig. Entsprechend zahlte der Arbeitgeber für die ersten sechs Wochen das Entgelt fort. Im unmittelbaren Anschluss an den bereits attestierten Arbeitsunfähigkeitszeitraum stand eine seit längerem geplante gynäkologische Operation an. Hierfür bescheinigte der Arzt mit einer Erstbescheinigung die Arbeitsunfähigkeit.

Die Mitarbeitern wollte für die zweite Krankheit eine erneute Entgeltfortzahlung durchsetzen, da es sich um eine neue Krankheit handele. Diesen Anspruch lehnte das Bundesarbeitsgericht (BAG) ab. Gemäß BAG liegt die Beweislast für die Feststellung des Endes der ersten Erkrankung und den Neubeginn einer weiteren Erkrankung beim Arbeitnehmer. Dies gelang der Arbeitnehmerin im vorliegenden Fall jedoch nicht.

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Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum …

© Bildagentur PantherMedia, Sadik Demiroz

Durch knöchelhohen Schnee kämpfte sich unser Auto den Waldweg hinauf. Die Scheibenwischer schoben den Schnee von links nach rechts, von Sicht keine Spur.

Der Wagen rutsche von links nach rechts, nur in der Spur wollte er nicht bleiben. Endlich erreichten wir den Bauernhof, dessen Schild wir gefolgt waren.

„Frische Tannenbäume“ hatte wir auf dem Schild am Straßenrand gelesen und den Aufstieg gewagt.

Der 75-jährige Hofbesitzer kam aus seiner Haustüre und starrte uns an, als wären wir die ersten Menschen, die sich hier hoch verirrt hatten. Mit der Axt in der Hand sah er wenig vertrauenserweckend aus. Meine fahle Beifahrerin zischte „Warum bist Du nur da rauf gefahren – ich wollte einen Tannenbaum und kein Survival-Camp.“ Ich schüttelte den Kopf und wagte es, das Auto zu verlassen.

Der Hund war da ehe ich hätte reagieren können. Nicht, dass ich untergewichtig wäre, aber sind Sie schon einmal von einem ausgewachsenen Schäferhund überrascht worden?

Nach einem deutlichen „AUS“ blieb der Hund wie angewurzelt stehen. „Der tut nix“ versicherte der Mann mit der Axt in der Hand. “Der Hund vielleicht nicht”, dachte ich.

Der erste Baum war mein, keine Sekunde wollte ich mein Leben weiter riskieren. „Haben Sie das Schild gelesen, oder waren Sie schon einmal hier?“ fragte der Hofbesitzer. „Schild“ brachte ich nur hervor und fragte nach dem Preis. „45 Euro!“ Ich zog meine Geldbörse, drückte dem Bauer 45 Euro passend in die zerfurchte Hand, ohne mir die Worte verkneifen zu können: „Ich hätte auch 50 Euro bezahlt!“

„Ich hätte Ihnen den Baum auch für 40 Euro gelassen“, kam die Antwort schneller, als ich den Baum verstauen konnte.

„Darf ich Ihnen noch einen Glühwein, oder einen Schnaps anbieten?“ fragte der Alte. Keine Sekunde länger wollte ich an diesem unwirtlichen Ort mit diesem Waldschrat verbringen, bedankte mich und kämpfte mich zurück über den verschneiten Waldweg.

Der Bauer zog sein iPad hervor, trug den Umsatz in sein Buchhaltungsprogramm ein und klickte zurück zu seinem e-book.

Frohe Weihnachten wünschen Enrico Briegert und Thomas Hochgeschurtz.

Und Ihr Vorsatz für das kommende Jahr: Unterstellen Sie Ihrem Gegenüber kommendes Jahr doch einfach einmal guten Willen.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

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